Einsicht und Besserung
Profis | 18. Dezember 2016, 10:31 Uhr

Einsicht und Besserung

Einsicht und Besserung

Nachbericht: Die 0:2-Niederlage in Leipzig war verident, das fanden auch die Herthaner. Jetzt gilt es, schnell zu regenerieren und beim letzten Heimspiel gegen Darmstadt wieder erfolgreich zu sein.

Leipzig – "Es war nichts drin, nicht mal ein Punkt oder irgendetwas", traf es Pál Dárdai nach der 0:2-Niederlage in Leipzig auf den Punkt und versuchte erst gar nicht, etwas schönzureden. Leipzig hatte sich diesen Sieg verdient, dominierte das Spiel von Beginn an, erspielte sich die besseren Möglichkeiten und war Hertha in allen Belangen überlegen. "Leipzig war sehr stark, klar besser als wir, und wir haben einfach kein gutes Spiel gemacht", fasste es Julian Schieber zusammen, der nach einem Zusammenprall mit Orban einen Turban trug.

Plan geht zunächst auf

Der Stürmer stand von Beginn an auf dem Feld, zusammen mit Vedad Ibisevic bildete er die Doppelspitze. Gleich zu Beginn musste Dárdai allerdings schon neu planen: Mitchell Weiser musste bereits in der elften Spielminute den Platz verletzungsbedingt verlassen, Peter Pekarik ersetzte ihn. Auch die weiteren Umstellungen im Mittelfeld und in der Innenverteidigung halfen nichts gegen die Leipziger: RasenBallsport machte ab der ersten Minute Druck und zeigte Offensivpower.

Zunächst hielten die Berliner diesem Druck gut stand, taten sich trotzdem schwer, selbst Chancen zu kreieren. Eine gute Gelegenheit bot sich Marvin Plattenhardt, der einen Freistoß aus zentraler Position aber in die Mauer schoss (17.). "Wir haben gewusst, dass es nach vorne schwer wird. Wir hatten uns vorgenommen, ordentlich zu verteidigen – das haben wir in der ersten halben Stunde auch gemacht", fand auch Kapitän Ibisevic. Dieser Plan ging bis zur 41. Minute auf, ehe Timo Werner zu einem psychologisch ungünstigen Zeitpunkt die Herthaner in Rückstand brachte. Nach einigen Rettungstaten von Rune Almenning Jarstein zuvor, konnte auch er Werners Führungstreffer nicht mehr verhindern. "Hätten wir die erste Hälfte mit einem 0:0 überlebt, hätten wir vielleicht eine Chance gehabt", so der Chefcoach.

Herthaner liefen hinterher

Auch in Hälfte zwei waren die Hausherren das dominierende Team. Damit hatten die Berliner im Vorfeld gerechnet, kamen gegen die schnellen Vorstöße Leipzigs aber nicht an. "Wir wussten, was auf uns zukommt. Aber auf dem Platz war es dann anders. Die Räume sind enger und sie haben ein gutes Pressing gezeigt", gab Ibisevic hinterher zu. Mit der Einwechslung von Vladimir Darida nach der Pause sollte mehr Schwung ins Berliner Offensivspiel kommen. Doch auch Herthas Mittelfeldmotor tat sich schwer, Akzente zu setzen. Ihre Konterversuche spielten sie nicht gut zu Ende, die Leipziger hatten die Kontrolle über das Spiel. "Wir haben versucht, mehr Fußball zu spielen, als Vladi reinkam. Aber wir sind weiterhin hinterhergelaufen und konnten keine Chancen kreieren", resümierte Schieber. So kam es, dass Leipzig sich mit einem zweiten Tor für die starke Leistung und die guten Möglichkeiten belohnte. In der 62. Minute köpfte Orban zum 2:0 ein. Dabei sollte es bleiben.

Niederlage akzeptieren und das Jahr erfolgreich beenden

"Das ist sehr frustrierend", befand Ibisevic abschließend. "Aber wenn man lange dabei ist, weiß man, dass es solche Spiele gibt", spricht er aus Erfahrung und weiß, was jetzt wichtig ist: "Das nächste Spiel kommt schnell, wir wollen auf jeden Fall gewinnen, um das Jahr gut abzuschließen", so der Kapitän. Denn das nächste Spiel steht bereits am Mittwoch (21.12.16) an. Zum letzten Heimspiel des Jahres 2016 empfängt Hertha den SV Darmstadt 98. Damit dann wieder mehr drin ist als bei der Niederlage in Leipzig, gilt es, mit ihr schnellmöglich abzuschließen. "Das war verdient. Wir akzeptieren das. Unsere Aufgabe ist es, schnell zu regenerieren und wieder fit zu werden", gibt Dárdai das Ziel vor.

(lb/City-Press)

von Hertha BSC