Nicht schlecht - aber diesmal nicht gut genug
Profis | 27. August 2017, 01:11 Uhr

Nicht schlecht - aber diesmal nicht gut genug

Nicht schlecht - aber diesmal nicht gut genug

Die erste Saisonniederlage bei Borussia Dortmund ist ärgerlich, aber kein Beinbruch. Zumal Hertha BSC einer außergewöhnlich guten Mannschaft unterlag.

Dortmund - Kompakt stehen, den Spielfluss des Gegners energisch unterbinden und in der Offensive Nadelstiche setzen: Der Matchplan von Hertha BSC war im ersten Auswärtsspiel der Saison klar zu erkennen. Doch die beste Taktik kann nicht aufgehen, wenn früh etwas schiefgeht. Bei der 0:2-Niederlage der Blau-Weißen bei Borussia Dortmund am Samstagabend (26.08.17) ist genau das passiert - in Form eines Gegentreffers in der Anfangsphase. "Unser Plan war es, Dortmund keinen Raum zu geben, sie nicht richtig Fahrt aufnehmen zu lassen. Leider haben wir früh ein unnötiges Tor kassiert. Wir haben in dieser Szene nicht gut verteidigt", ärgerte sich Pál Dárdai über das 1:0 durch Pierre-Emerick Aubameyang (15.).

Im Nachhinein war das ein erster Knackpunkt im Spiel der Hauptstädter, denen es durchaus immer wieder gelang, den BVB zu ärgern. "Trotz des Gegentreffers haben wir gut verteidigt und wenig zugelassen", analysierte es Mitchell Weiser treffend. Die einzige Chance der Hausherren durch Christian Pulisic verhinderte Rune Jarstein reaktionsschnell (28.). Gänzlich zufrieden waren die Herthaner mit ihrer Leistung jedoch nicht. "Wir sind nicht so ins Pressing gekommen, wie wir uns das vorgestellt haben", räumte Sebastian Langkamp ein. In der Offensive fehlte bei den Abschlüssen von Mathew Leckie (11.) und Vladimir Darida (38.) das letzte Quäntchen, um die Borussen in Verlegenheit zu bringen. "Uns haben ein paar Prozent gefehlt und wir haben gemerkt, was für eine gute Mannschaft Dortmund ist", sagte Per Skjelbred aber auch ehrlich. Zwar gewannen der Norweger und seine Kollegen in Durchgang eins mehr Zweikämpfe, doch Dortmund war überlegen.

Ein zweiter Knackpunkt

Die Berliner hielten auch nach dem Seitenwechsel an ihrem Plan fest und warfen sich beherzt in jeden Ball. Gerade als die Zuschauer spürten, dass der Hauptstadtclub etwas mutiger wurde, folgte der nächste Nackenschlag. Nuri Sahin gelang mit einem Sonntagsschuss aus rund 17 Metern das 2:0 (58.). Fast schon eine Art Vorentscheidung, wenn man bedenkt, dass Dortmund 31 der vergangenen 38 Heimspiele (7 Remis) gewann. "Wir wollten in der letzten halben Stunde schnell nach vorne spielen und in die gefährlichen Räume stoßen. Das ist uns besser gelungen, aber es hat nicht gereicht. Das müssen wir akzeptieren", sagte Dárdai.

Den Willen kann der Coach seinen Schützlingen, die auch durch die Hereinnahme von Alexander Esswein und Genki Haraguchi nach 60 Minuten in der Tat agiler wurden, nicht absprechen. Zunächst verpasste der aufgerückte Innenverteidiger Langkamp bei einer Doppelchance mit dem Kopf das 1:2 (64.). Dann fehlte Vladimir Darida bei einem artistischen Versuch mit der Hacke (70.) und mit einem Schlenzer (74.) das Abschlussglück. "Leider hat uns die Genauigkeit gefehlt. Schade, dass uns der Anschlusstreffer nicht mehr gelungen ist", sagte der Tscheche, der durch die taktische Umstellung die offensivere Position im zentralen Mittelfeld übernahm.

Nach 90 Minuten, in denen Hertha BSC alles versucht hat, am Ende aber nicht unverdient verlor, bleibt die erste Saisonniederlage stehen. Das nötige Glück, um eine Spitzenmannschaft auf dem falschen Fuß zu erwischen, fehlte. "Wir waren nicht schlecht, aber diesmal nicht gut genug für Dortmund", fand Langkamp die richtigen Worte. Die Bundesliga geht nun in die erste Länderspielpause. Schon am Sonntag nach dem Auslaufen reisen die ersten der 14 Herthaner Nationalspieler zu ihren Auswahlmannschaften. Das nächste Bundesliga-Spiel steigt am 10.09.17 gegen Werder Bremen. Und diesmal wählte Skjelbred eine Formulierung ganz nach dem Geschmack der blau-weißen Anhängerschaft. "Dann schlagen wir zurück", sagte Herthas Nummer 3.

(fw/City-Press)

von Hertha BSC