Von der Straße auf den Rasen
Fans | 23. Oktober 2019, 13:51 Uhr

Von der Straße auf den Rasen

Von der Straße auf den Rasen

Der nächste Bezirks-Spieltag steht an - wir stellen weiter besondere Hertha-Fanclubs vor. Zum Bezirksspieltag 'Reinickendorf' präsentieren wir euch den 'Haseltown Spandau/Tegel'-Fanclub aus Berlin-Tegel!

Berlin - Michael Spitzer wurde die Liebe zur 'Alten Dame' praktisch in die Wiege gelegt. Denn schon als Kleinkind trug ihn sein Onkel ins Berliner Olympiastadion. Der Beginn einer speziellen Verbundenheit. Inzwischen ist Spitzer 53 Jahre alt, eine Dauerkarte hat er bereits seit 46 (!) Jahren. In über vier Jahrzehnten besuchte der gebürtige Berliner etwa 1.000 Spiele des Hauptstadtclubs. Der eigentlich als Detektiv tätige Spitzer arbeitet auch als Streetworker. Warum das wichtig ist? Diese Tätigkeit sollte später einmal zur Gründung des Fanclubs 'Haseltown Spandau/Tegel' führen. Diesen Fanclub und seine besondere Geschichte stellt herthabsc.de vor - und stimmt damit auf den Bezirks-Spieltag Reinickendorf am Samstag (26.10.19, 15:30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim ein.

Von der Straße auf den Rasen

"Ich wollte schon immer einen Fanclub gründen und habe dies dann mit meiner Arbeit als Streetworker verbunden. Mein Ziel war es, junge Leute von der Straße holen und mit dem neuen Umfeld zu helfen, aus ihrer Lage herauszufinden", fasst Spitzer die Entstehungsgeschichte von 'Haseltown Spandau/Tegel' zusammen. Bei Hertha BSC sind alle willkommen, der Hauptstadtclub steht für Vielfalt und Fortschritt in jeglicher Hinsicht. Diese Haltung leben auch die Tegeler.

Gründer und Vorstand Spitzer ist das älteste Mitglied. Die weiteren Mitglieder verteilen sich nicht nur auf alle Altersgruppen, sondern auch auf verschiedene Herkunftsländer. Die Mitglieder sind in der Regel alle männlich, dafür gibt es laut dem 53-Jährigen eine simple Erklärung. "Auf der Straße sind es fast ausschließlich junge Männer, die mit dem Gestz in Konflikt geraten sind. Ich rate diesen Jungs dann immer zum Fußball zu gehen und sich dort etwas aufzubauen. Wenn sie das schaffen, sind meine Ziele erreicht", so Spitzer.

Auch mit anderen Aktionen möchte der Fanclub, dem etwa 50 Mitglieder angehören, auf verschiedene soziale Projekte aufmerksam machen, die auch Hertha BSC unterstützt. "Wir veranstalten jedes Jahr am Pfingstsonntag ein Fußballturnier, um Geld für krebskranke Kinder und deren Behandlung zu sammeln. Während des Turniers findet auch eine Tombola statt, für die Hertha auch immer viele Sachen spendet", schildert Spitzer das Miteinander von Fanclub und Verein.

Große Feier zum runden Geburtstag

Im kommenden Jahr feiert 'Haseltown Spandau/Tegel' sein zehnjähriges Bestehen und plant zur Feier des Jubiläums ein großes Fußballturnier, welches am Borsigplatz in Berlin-Tegel ausgetragen werden wird. Dort, auf dem Vereinsgelände von Arminia Tegel, ist der Standort des Fan-Clubs, der diesen nach der Gründung in Spandau auf der Suche nach einem Trainingsplatz bezog. Zum Abschluss hat Michael Spitzer einen ebenso einfachen wie wichtigen Rat an alle Blau-Weißen: "Bleibt sauber und bleibt Hertha BSC immer treu!"

(ff/privat)

von Hertha BSC