Unsere Herthanerinnen feiern den Aufstieg.
Frauen | 22. Juni 2026 um 16:45 Uhr

Am Ziel!

Als nach dem Aufstiegsrückspiel unserer Herthanerinnen der Jubel abgeklungen, alle Interviews gegeben waren und die Zuschauerinnen und Zuschauer das Stadion auf dem Wurfplatz/Amateurstadion verlassen hatten, bot sich an einem historischen blau-weißen Tag noch ein letztes schönes Bild. Unsere Mädels, eingekleidet in die Aufstiegsshirts, saßen gemeinsam auf dem Rasen, kickten noch ein wenig in Gruppen mit dem Staff, lachten und genossen einen einzigartigen Moment: Den Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Dafür spielen wir seit Jahren Fußball! Mit einem Verein wie Hertha BSC vor dieser Kulisse aufzusteigen, das ist unbeschreiblich“, sagte Nora Giannori, die unsere Blau-Weißen als Kapitänin aufs Feld geführt hatte. „Wir sind sehr glücklich und stolz, dass wir uns gegen ein tolles Team aus Saarbrücken durchgesetzt haben“, unterstrich Trainer Tobias Kurbjuweit. „Dass wir eine talentierte Mannschaft haben, wussten wir – aber wir haben es gemeinsam geschafft, dass sich die Mädels auch bei maximalem Widerstand wie in dieser Partie durchsetzen können und so verdient aufgestiegen sind.“

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Lohn für drei Jahre gemeinsame Arbeit

Was bleibt von diesem 21. Juni? Ein Spiel, das von der ersten bis zur letzten Sekunde umkämpft war – was in diesem Fall sprichwörtlich zu nehmen ist. Elfie Wellhausen traf bereits nach neun Sekunden zur Berliner Führung. „Ich habe seit meiner Kindheit noch nie so schnell getroffen“, gestand die Torschützenkönigin der Regionalliga Nordost mit einem Lächeln. Ihr zweiter Treffer in der Schlussphase stieß das Tor zum Aufstieg endgültig auf – so fiel auch der Saarbrücker Endspurt inklusive des FCS-Siegtores im letzten Augenblick nicht mehr ins Gewicht. „Wir haben drei Jahre darauf hingearbeitet, kontinuierlich gut gespielt und uns diesen Aufstieg so verdient“, konstatierte Wellhausen, die jedoch im Augenblick des Triumphs auch an die Gegnerinnen dachte, die ebenfalls so viel investiert hatten. „Für Saarbrücken tut es mir trotzdem sehr leid, das Team hat auch eine super Saison gespielt.“

Gut vorbereitet und von der Kulisse getragen

Das hatten unsere Hauptstädterinnen jedoch auch. 19 Siege aus 22 Ligaspielen, zuletzt 15 davon in Serie. Es folgte ein 4:1-Auswärtssieg im Hinspiel in Saarbrücken – und nun also die Krönung trotz knapper 2:3-Niederlage im zweiten Duell. Getragen vom ausverkauften Stadion und der Unterstützung der Mitspielerinnen, die selbst nicht auflaufen konnten, kam die Kurbjuweit-Elf ins Ziel. „Es war eine unfassbare Kulisse, die uns allen viel Kraft gegeben hat. Ein absolutes Highlight für uns alle – total krass“, freute sich Johanna Seifert. 

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Auf diesen emotionalen Höhepunkt waren die Herthanerinnen gut vorbereitet – fußballerisch wie mental. „Die Tests gegen Juniorenteams haben uns geholfen, unsere Handlungsschnelligkeit im Saisonverlauf noch einmal zu erhöhen. Der Verein hat uns ermöglicht, im Olympiastadion Meister zu werden – so mussten die Mädels ihr Leistungsvermögen schon einmal unter außergewöhnlichen Umständen abrufen. Das waren alles kleine, aber wichtige Schritte“, erklärte Coach Kurbjuweit. „Jede Einheit war auf dem Weg wichtig, wir wussten, was wir wollen und haben uns immer wieder gegenseitig daran erinnert“, betonte auch Seifert die Bedeutung einzelner gemeinsamer Momente.

Das Ziel als Startpunkt

So kam unsere Alte Dame ans Ziel. Ein Ziel, das gleichzeitig ein Startpunkt für neue Herausforderungen sein wird – schließlich werden die sportlichen Herausforderungen an unser junges Team in der 2. Bundesliga noch einmal anspruchsvoller. Torjägerin Wellhausen ist jedoch nicht bange. „Wenn dieses Team zusammenbleibt, sind wir sehr eingespielt und können hoffentlich gut mithalten. Der Zusammenhalt in der Mannschaft zeichnet uns aus. Wir kennen uns, spielen mit- und füreinander. Gemeinsam wollen wir noch viel erreichen!“

Unsere 1. Frauen jubeln mit der NOFV-Meisterschale.

Dazu gibt es ab der kommenden Saison in der zweithöchsten Spielklasse Gelegenheit. Wie wird Hertha diese Herausforderungen angehen? „Wir haben jetzt zwei Wochen Sommerpause und dann geht es schon wieder auf den Platz – aber das ist doch genau das Leben, was man sich wünscht“, lachte Offensivspielerin Seifert und fügte hinzu: „Wir werden gut vorbereitet sein und haben Bock, auch in der zweiten Liga etwas zu reißen!“ Sofian Chahed betonte zwei zentrale Ziele: Kontinuität – und Fortschritt beim Blick aufs große Ganze. „Einige Neuzugänge haben wir schon präsentiert, es ist möglich, dass noch ein oder zwei neue Spielerinnen kommen. Im Großen und Ganzen wird der Kader aber beisammenbleiben“, verriet unser Leiter Frauenfußball. „Wir müssen die Strukturen anpassen und uns auf jeder Ebene weiterentwickeln. Der Verein steht dabei voll hinter uns!“ So sollen in Zukunft weitere gemeinsame einzigartige Momente folgen.

von Konstantin Keller