Mario Dowe und Anna Goller in der Hertha-Grafik.
Fans | 12. Juni 2026 um 16:00 Uhr

Dieser Moment, als ich Herthaner wurde

War es der erste Schal, den eure Eltern euch auf dem Weg zum Spiel gekauft haben? War es der erste durchs Olympiastadion hallende Hertha-Fangesang, der euch nachhaltig beeindruckt hat? Oder doch die Kunststücke einzelner Blau-Weißer auf dem grünen Rasen – von Ete Beer über Marcelinho bis hin zu Marko Pantelić? Jede Herthanerin und jeder Herthaner hat einen eigenen Weg in unsere blau-weiße Familie. Gemeinsam mit der Sparda-Bank Berlin sucht unser Hauptstadtclub genau diese Geschichten – diesen Moment, als ihr Herthaner geworden seid.

In Rot und Blau-Weiß für unsere Stadt

Die Berliner Feuerwehr feiert ihr 175-jähriges Jubiläum – und Hertha BSC feiert mit! Aus diesem besonderen Grund richtet unsere Alte Dame am Sonntag (14.06.26) von 10:00 bis 17:00 Uhr ein großes Fest auf dem Olympiagelände aus. Den Anlass wollen wir nutzen, um euch die blau-weiße Geschichte der Feuerwehrleute Anna Goller und Mario Dowe zu erzählen.

Anna Goller mit Blumen bei ihrer Vereidigung.

Brände zu löschen, steht für die Familie Goller an der Tagesordnung: Anna als Brandmeisterin mit der Qualifikation zur Notfallsanitäterin und ihr Bruder Tim als Torwart im Strafraum unserer Alten Dame. Von klein auf nahm ihr Vater die beiden mit ins Stadion. Als Familie besuchten sie regelmäßig die Heimspiele. Für Tim, der in der Jugend in unsere Akademie wechselte, führte der Weg vor einigen Jahren von der Tribüne direkt in den Innenraum. Anna entschied sich derweil für eine Ausbildung bei der Berliner Feuerwehr. Seit einem halben Jahr ist sie als Brandmeisterin auf der Feuerwache Tegel im Einsatz. Dabei übernimmt sie die Führungsposition im Rettungswagen und fährt regelmäßig auch auf dem Löschfahrzeug mit.

Blau-weiße Lebensabschnitte

Das erste Spiel, an das sich die gebürtige Berlinerin erinnert, sah sie nicht im Stadion, sondern mit Freunden und Familie vor dem Bildschirm – eine Niederlage gegen Nürnberg, die ihr dennoch positiv in Erinnerung blieb. Mittlerweile versucht Anna zwischen Nachtschichten und Einsätzen bei jeder Gelegenheit, ihren Bruder im weiten Rund oder im Stadion auf dem Wurfplatz/Amateurstadion zu unterstützen: „Es ist immer ein Erlebnis, zu Hertha zu gehen. Für mich ist es nochmal besonderer, weil ich dann meinen Bruder sehe. Ich habe Schichtdienst und er ist auch sehr beschäftigt, deshalb klappt das leider nicht so regelmäßig. Wenn ich mit meinen Leuten auf der Tribüne sitze und alle sein Trikot tragen, macht mich das einfach unfassbar glücklich“, erzählt die Herthanerin.

Voller Einsatz für Berlin

Den Zusammenhalt, den Anna auf der Arbeit erlebt, findet sie auch bei Hertha wieder: „Ich glaube, die Jungs und Mädels, die in der Kurve stehen, können sich immer aufeinander verlassen. Bei der Feuerwehr ist das genauso – meinen Jungs vertraue ich blind.“  Beeindruckt ist sie auch davon, wie viele Kolleginnen und Kollegen ihre Freizeit unserem Hauptstadtclub verschreiben. Die Feuerwehrleute steigen selbst nach langen Nachtschichten noch in den Zug, um die Mannschaft in ganz Deutschland zu unterstützen. Dabei gilt für die Retter in Rot: Voller Einsatz für die Feuerwehr, aber eben auch für Hertha BSC.

Anna und Tim Goller mit ihrer Mutter vor dem Stadion.

Ein Funke bei der Feuerwehr

Annas Verbindung zu Tim hat sich auf der Wache schnell herumgesprochen. „Ich habe einen Kollegen in meiner Tour, der meinen Bruder irgendwann mal als Stammtorwart sieht. Das ist schon ziemlich cool“, berichtet die Blau-Weiße. In der nächsten Saison will Anna die Kollegen aus ihrer Gruppe mit ins Stadion nehmen und mit ihrem Bruder bekannt machen.

Für die Zukunft unseres Vereins hofft sie auf zwei Dinge: „Hertha soll irgendwann auf jeden Fall wieder in der ersten Liga spielen. Und natürlich wünsche ich mir für Tim sein Profidebüt.“ Zur Blau-Weißen wurde Anna Goller schon als Kind. Den Moment, in dem der Funke endgültig übersprang, erlebte sie jedoch erst, als sie ihren Bruder zum ersten Mal im Dress unserer Alten Dame sah.

Mario Dowe im Trikot auf der Feuerwache.

Herthaner-Hauptbrandmeister

Auch Mario Dowe ist Herthaner durch und durch. Der Hauptbrandmeister arbeitet im mittleren Feuerwehrtechnischen Dienst und ist als Staffelführervertreter das Bindeglied zwischen Führung und Mannschaft. In Rettungswagen und Löschfahrzeug übernimmt er die Verantwortung. „Ich mache alles, was die Feuerwehr so ausmacht“, erzählt der 57-Jährige. Schon lange vor seinem ersten Einsatz in Rot jubelte Mario im blau-weißen Trikot für unsere Alte Dame. Als er sechs Jahre alt war, nahm ihn sein Onkel zum ersten Mal mit ins Olympiastadion: „Ich habe eine Fahne gekriegt und von da an war ich immer Herthaner. Das war im Jahr 1975“, erinnert sich der gebürtige Berliner. Obwohl er nicht mehr weiß, gegen wen Hertha damals antrat, erinnert er sich gerne an diesen besonderen Tag zurück: „Ich war sehr aufgeregt. Das Stadion war voll und ich kannte das ja alles gar nicht. Die Lautstärke war sehr beeindruckend und dann haben wir auch noch gewonnen. Das Gefühl ist bis heute geblieben – ich bin vor jeder Partie aufgeregt.“

Energie für den Arbeitsalltag

Seither verfolgt Mario, wenn er nicht gerade Dienst auf der Feuerwache Urban hat, unsere Jungs im Stadion. Knapp zehn Mal konnte er in dieser Saison live dabei sein: „Ich probiere auch immer mal wieder, mir einen Spieltag freizutauschen. Wenn es ein Topspiel oder die entscheidende Partie zum Aufstieg ist, dann würde ich auch lieber am Feiertag arbeiten und wäre dafür dann vor Ort dabei.“ Im Stadion freut sich Mario besonders über die Fans: „Die Emotionen sind so packend, das will ich einfach nicht missen. Das ist das A und O. Ich kenne auch noch die Zeiten, in denen nur rund 3.000 Leute im Olympiastadion waren. Es ist hervorragend, dass wir jetzt einen Schnitt von über 45.000 haben. Das macht schon mehr Spaß und gibt mir Energie für den Arbeitsalltag, selbst wenn wir mal nicht gewinnen.“ Früher reiste er auch zu den Auswärtsspielen, mittlerweile verfolgt er sie aus der Ferne. An freien Tagen besucht er dafür am liebsten seine Stammkneipe in Neukölln.

Historische Stadionbesuche und blau-weiße Rettungsmission

Besonders in Erinnerung geblieben ist dem Herthaner ein DFB-Pokal-Duell mit dem Hamburger SV. Am 17. Dezember 1983 rangen unsere Profis den damaligen Deutschen Meister mit 2:1 nieder. „Ich konnte drei Tage nicht reden. Das habe ich nie wieder erlebt, dass ich dann wirklich keine Stimme mehr hatte“, erinnert sich Mario. Auch beim legendären Pokalfinale der Hertha-Bubis 1993 war er mit seinen Freunden im Stadion und sah, wie unsere Zweitvertretung im weiten Rund dem Bundesligisten aus Leverkusen nur knapp mit 0:1 unterlag.

Mario Dowe und seine Freunde vor rund 30 Jahren im Stadion.

Für unsere Farben gibt der Hauptbrandmeister alles. Sogar einen Einsatz für Hertha hat er im Dienst schon erlebt: Vor rund zehn Jahren holte Mario einen verletzten Jugendspieler mit dem Rettungswagen vom Flughafen ab. Für unsere Alte Dame hat der Berliner große Träume: „Eine Meisterschaft und irgendwann noch mal im Europapokal oder der Champions League mitspielen, das wäre doch was. Und natürlich das DFB-Pokalfinale – einmal im eigenen Wohnzimmer!“

Fußball und die Feuerwehr

Auf den Feuerwachen von Anna Goller und Mario Dowe ist Fußball fest im Alltag verankert: Zwischen den Alarmen in der Bereitschaftszeit verfolgen die Kolleginnen und Kollegen die wichtigsten Partien – ein Stück gelebte Teamkultur, die verbindet. Die entscheidende Frage dabei: Hertha BSC oder der 1. FC Union? Bei jedem Derby werden die Fernsehräume in den Feuerwachen unserer Stadt blau-weiß geschmückt. Die Konkurrenz unter den Kolleginnen und Kollegen wird sportlich ausgetragen: Sticker auf Tassen und auf dem gemeinsamen Kühlschrank, freundschaftliches Sticheln und Fachsimpeln gehören zum Alltag. Einige der Feuerwehrleute schlafen im Bett auf ihrer Wache sogar in Bettwäsche unseres Hauptstadtclubs. Hertha BSC und die Berliner Feuerwehr – das passt einfach!

Anna und Mario haben zwei verschiedene Geschichten, ihre Leidenschaft für Hertha und ihren Einsatz für die Sicherheit unserer Stadt teilen sie jedoch. In Rot und Blau-Weiß geben sie jeden Tag alles. Immer dort, wo Berlin sie braucht: im Rettungswagen, auf dem Löschfahrzeug oder im Stadion bei unserer Alten Dame.

Wollt ihr auch euren Moment teilen, in dem ihr Herthanerin oder Herthaner geworden seid? Dann meldet euch gerne unter online-redaktion@herthabsc.de!

von Max Neo Graefe zu Baringdorf