
Dieser Moment, als ich Herthaner wurde
War es der erste Schal, den eure Eltern euch auf dem Weg zum Spiel gekauft haben? War es der erste durchs Olympiastadion hallende Hertha-Fangesang, der euch nachhaltig beeindruckt hat? Oder doch die Kunststücke einzelner Blau-Weißer auf dem grünen Rasen – von Ete Beer über Marcelinho bis hin zu Marko Pantelić? Jede Herthanerin und jeder Herthaner hat einen eigenen Weg in unsere blau-weiße Familie. Gemeinsam mit der Sparda-Bank Berlin sucht unser Hauptstadtclub genau diese Geschichten – diesen Moment, als ihr Herthaner geworden seid.
Vom Sammelheft ins weite Rund
Im Jahr 1975 kam Stefan Mangott zum ersten Mal mit unserem Sport-Club in Berührung. Der gebürtige Charlottenburger wurde durch ein Sammelheft seiner großen Schwester auf Fußball und Hertha aufmerksam. In der darauffolgenden Saison besuchte er mit seiner Familie erstmals das Olympiastadion, und unsere Alte Dame ließ ihn nicht mehr los. Obwohl unsere Jungs dem damaligen Deutschen Meister Borussia Mönchengladbach durch einen Treffer von Jupp Heynckes mit 0:1 unterlagen, kehrt Stefan seither bei jeder Gelegenheit ins weite Rund zurück. Als Junge musste er dafür noch mit seiner Mutter diskutieren, die ihn nicht zu Abendspielen gehen lassen wollte – mittlerweile hält ihn nur noch sein Nebenjob als Trainer der B-Jugend beim SC Minerva 93 an einzelnen Heimspieltagen davon ab, unsere Profis anzufeuern. Auch bei Auswärtsfahrten ist der Herthaner regelmäßig Teil des blau-weißen Blocks.

Hertha BSC wird es immer sein
Vom Fan zum Herthaner wurde Stefan erst einige Jahre nach seinem ersten Stadionbesuch. „Der entscheidende Moment war der Abstieg 1980. In dieser Zeit war ich wirklich bei jedem Heimspiel. Die Mannschaft hat mich fasziniert, obwohl sie abgestiegen ist. Im Jahr 1982 bin ich dann auch zum Mitglied geworden“, erzählt der Blau-Weiße. Natürlich wünschte er sich anschließend einen schnellen Wiederaufstieg, und dieser gelang auch. Doch kurz darauf ging es zurück ins Unterhaus. In dieser Phase fragte ihn sein Vater, ob er aus dem Verein austreten wolle, um Geld zu sparen. Doch selbst der Absturz in die dritte Liga und letztlich auch der Weg in den Amateurfußball konnten Stefans Liebe zu unserer Alten Dame nichts anhaben. Für den damals jungen Fan war klar: „Ich bleibe bei Hertha, das lasse ich mir nicht nehmen!“ Bis in die Gegenwart hat sich an seiner Haltung nichts geändert.
Platzsturm zum Aufstieg
Ins Stadion geht der Blau-Weiße am häufigsten mit seinem Freund Steven, der ihn schon lange begleitet. Bei seinen zahlreichen Stadionbesuchen erlebte der Wahlbrandenburger viele besondere Momente. „Was mich am meisten beeindruckt hat, war die gemeinsame Choreo in Karlsruhe letztes Jahr. Auch die Fangesänge und die ganze Stimmung waren unglaublich!“, erinnert er sich. Stefans prägendstes sportliches Erlebnis war allerdings ein anderes: „Der Aufstieg 1997 war etwas ganz Besonderes. Damals bin ich sogar über den Graben auf den Rasen gesprungen.“ Neben dem Torjubel hört er im Stadion besonders gerne das Lied „Blau-weiße Hertha“. Für ihn eine besondere Erinnerung: „Mit meinem Vater habe ich nach dem Spiel noch gewartet, bis die Ergebnisse der anderen Partien durchgesagt wurden. Dabei lief das Lied, wenn wir gewonnen hatten.“
Ete Beer und Dukla Prag
Vor einigen Jahren begegnete Stefan seinem Lieblingsspieler ‚Ete‘ Beer bei unserer Saisoneröffnung. Die beiden tauschten sich insbesondere über ein Thema aus: „Hertha hat damals im Europapokal gegen Dukla Prag gespielt, die zuvor Stuttgart mit 4:0 ausgeschaltet hatten. Wir haben das Rückspiel überraschend mit 2:1 gewonnen und dabei eine echte Abwehrschlacht geliefert. Auch Beer konnte sich noch gut daran erinnern – das war sehr sympathisch.“ Im aktuellen Kader freut er sich besonders darüber, Eigengewächse wie Linus Gechter und Márton Dárdai auf dem Rasen zu sehen.

Ein echter Berliner
Als Berliner und Herthaner teilt Stefan die Werte unseres Clubs: „Vielfalt und Toleranz sind das, wofür unser Club stehen muss. Ich finde es richtig gut, dass Hertha diese Werte repräsentiert und Haltung zeigt, obwohl das in der heutigen Zeit nicht immer einfach ist. Das ist sogar wichtiger als guter Fußball. Ich bin stolz, wenn ich die Position unseres Vereins sehe!“ Der Blau-Weiße ist in unserer bunten Hauptstadt aufgewachsen und lebt unsere Werte im Alltag und als Jugendtrainer. „Wenn aus meiner Mannschaft alle Jungs mit Migrationshintergrund verschwinden würden, hätte ich keine Mannschaft mehr. Das Miteinander verschiedener Kulturen hat mir im Leben sehr viel gegeben. Das ist für mich Fußball und Berlin – das ist für mich Hertha“, erklärt Stefan.
Träumen nach dem Teamfoto
Der Berliner findet seinen Platz nicht nur im Olympiastadion, sondern auch auf unserem Teamfoto. Als eines von sechs Mitgliedern durfte er am offiziellen Fotoshooting teilnehmen. „Es war sehr angenehm, wie wir empfangen, betreut und anschließend zum Trainingsplatz begleitet wurden. Dort durften wir die Spieler abklatschen. Es ist natürlich etwas Besonderes, wenn auf einmal alle Profis an einem vorbeilaufen. Das war eine tolle Aktion“, schildert der Blau-Weiße. Das Mannschaftsfoto wird nun einen besonderen Platz in seiner Wohnung finden. Für die Zukunft unseres Hauptstadtclubs hat er allerdings noch einen großen Wunsch: „Es läuft ja jetzt recht vernünftig. Da brauchen wir als Fans auch Geduld. Aber der Traum ist natürlich, das DFB-Pokalfinale im Olympiastadion zu erleben. Das ist bei uns wahrscheinlich mehr wert als ein Aufstieg, weil es eben dieser eine besondere Moment wäre, nach dem sich die Menschen sehnen.“
Wollt ihr auch euren Moment teilen, in dem ihr Herthanerin oder Herthaner geworden seid? Dann meldet euch gerne unter online-redaktion@herthabsc.de!