
„Wir konnten sehr gut arbeiten“
Intensive Tage in Tirol liegen hinter dem blau-weißen Reisetross! Das Sommertrainingslager hielt viel Input, Arbeit und wichtige gemeinsame Zeit für Profis, Trainerteam und Staff bereit. Stefan Leitl zog in einer Medienrunde nach dem abschließenden internen Test Bilanz und beantwortete dabei Fragen zu den Fortschritten seiner Mannschaft, Rückkehrern, mitgereisten Talenten sowie einer noch offenen Entscheidung. Unser Cheftrainer über…
… sein Fazit der Tage in Kitzbühel:
Ich bin sehr zufrieden mit dem Trainingslager. Wir wollten mit dem internen Testspiel noch einmal maximale Belastung simulieren, die Jungs sind dabei wirklich an ihr Limit gegangen. Wir konnten unser Programm komplett durchziehen, hatten bis dato keinen Ausfall – leider jetzt Gustav Christensen zum Abschluss, wir hoffen, dass es keine schlimmere Verletzung ist. Das ist natürlich bitter, aber insgesamt stand der komplette Kader permanent zur Verfügung, so konnten wir sehr gut arbeiten.
… die Comebacks von Deyovaisio Zeefuik und Luca Schuler:
Das war superwichtig, die medizinische und die Reha-Abteilung haben top gearbeitet. Es waren ursprünglich gar keine 45 Minuten geplant, aber beiden ging es so gut, dass wir ihnen diese Spielzeit auch gerne gegeben haben. Was Deyo angeht: Ihr kennt ihn, er will immer spielen und ist emotional auch extrem wichtig für die Mannschaft. Aber wir haben auch ganz offen gesprochen: Er ist durch die komplette vergangene Saison ohne Vorbereitung gegangen, hat sich immer wieder herangekämpft, dann kam wieder eine Verletzung. Wir müssen für ihn ein Fundament, eine Basis schaffen, aus der er heraus agieren kann. Jetzt packen wir Belastung drauf und schauen, wie er die kommenden Tage und das nächste Testspiel verkraftet.
… Neuzugang Oluwaseun Adewumi:
Ich bin glücklich, dass wir für die vordere Reihe einen jungen, talentierten Spieler bekommen haben, der auf allen drei Positionen spielen kann. Er kann unserem Spiel guttun, hat maximalen Speed. Jetzt lassen wir ihn ankommen, die Jungs kennenlernen und schauen dann, dass er gut reinkommt. Seine Lieblingsposition ist keine klassische Zehn, sondern eher eine hängende Spitze, wo er eine sehr gute Torgefahr entwickeln kann. Aber mit seiner Geschwindigkeit kann er natürlich auch auf dem Flügel spielen!

… Mayson Grothe und Jerome Diallo:
Mayson hatte es in diesem Test nicht leicht: Er hat 45 Minuten gespielt, ist dann rausgegangen, nach einem kleinen Break wieder reingekommen. Aber wie er es dann runtergespielt hat, war super. Wir wollen ihn weiter fördern und maximal unterstützen, auf Sicht haben wir dann auf dieser Position jemanden, der länger für Hertha spielen kann! Trotzdem brauchen wir in der Gegenwart auf seiner Position noch eine Verstärkung, jemanden, der auch eine Mentoren-Rolle für Mayson einnehmen kann. Jerome Diallo hat gegen Seba Grønning auch wieder nahezu fehlerfrei agiert. Die Jungs machen es gut!
… Jón Dagur Thorsteinsson:
Mir gefällt sehr, wie sich Jón präsentiert! Er ist zu einhundert Prozent hier, soll sich zeigen und wird dann auch die Möglichkeit bekommen, zu spielen. Er ist ein guter Fußballer, innerhalb der Mannschaft total beliebt und belebt den Teamspirit. Wir sind sehr glücklich, dass er hier ist, und ich möchte ihn nicht abgeben.
… die spielerische Weiterentwicklung des Teams:
Wir sind auf einem ordentlichen Weg. Was uns noch fehlt, ist einen Rhythmus aus dieser sehr intensiven Spielweise und einer Erholung im Block zu definieren. In den kommenden Tagen müssen wir dorthin kommen, die Mannschaft muss das selbst steuern können. Ich glaube, wenn die Frische bei den Jungs wieder da ist, können wir noch den einen oder anderen Input bei der Feinjustierung geben. Aber insgesamt sind wir super zufrieden: Mit der Art und Weise, wie wir spielen, viele Tore schießen. Das eine oder andere werden wir auch schlucken müssen. Aber dieser offensive Gedanke gefällt uns grundsätzlich sehr gut und wir werden so weitermachen, wollen losgelöst vom Gegner bei unserem Stil bleiben. Das hohe Pressing kommt den Spielertypen entgegen, die wir hier haben, es fühlt sich gut an und wir müssen es jetzt in die Liga transportieren. Mit Erfolgserlebnissen kommt dann noch mehr Vertrauen.

… Standards:
Bei Defensivstandards haben wir schon eine gute Stabilität entwickelt. Jetzt geht es darum, in Synchronität noch besser zu werden. Offensive Standards sind dabei ein enorm wichtiges Thema, gerade in einer Liga, in der die Leistungsdichte so eng beieinander liegt. Mit ihnen können wir Momentum kreieren und das Feld öffnen. Deshalb müssen wir noch besser werden, werden dafür eine hohe Wiederholungszahl und klarere Abläufe schaffen. Andreas Schumacher wird das übernehmen. In den Partien hat man schon eine hohe Gefahr und gute Abschlüsse gesehen, jetzt müssen wir dranbleiben.
… das Kapitänsamt:
Es gibt Kandidaten: Deyo ist noch da, war lange verletzt, aber zählt definitiv zu diesem Kreis. Wir haben Márton Dárdai, wir haben Linus Gechter, Paul Seguin, Josip Brekalo… einer aus diesem Gerüst heraus wird es werden, die Entscheidung darüber werde ich treffen.