
„Eine Runde weiter – das ist das, was zählt!“
Führung, später Ausgleich, 5:3-Sieg im Elfmeterschießen – unsere Herthaner sparten beim Weiterkommen in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals beim 1. FC Saarbrücken nicht mit Drama, durften am Ende aber gemeinsam mit den mitgereisten Blau-Weißen feiern. Die Berliner Reaktionen aus dem Saarland, zwischen Erleichterung und Freude, zusammengefasst.
Paul Seguin: Die 30 Extraminuten hätten nicht sein müssen. Wir hatten das Spiel unter Kontrolle und haben vorher einige Chancen liegengelassen, aber danach fragt am nächsten Tag niemand mehr. Wir sind eine Runde weiter und das ist das, was zählt. Das Elfmeterschießen hatten wir während der Woche noch einmal trainiert, es geht dann darum, bei sich zu bleiben und das haben wir super gemacht. Für Marius freue ich mich sehr und hoffe, das gibt ihm weiteren Rückenwind. Über mein Tor freue ich mich natürlich auch. Ich habe einen guten Schuss und muss es eigentlich schaffen, öfter in solche Situationen kommen. Der Jubel kam aus der Situation heraus und hat irgendwie gepasst. Fußballerisch war es gut, mit starker Restverteidigung, dominanter Spielweise und viel Kontrolle. Wir sind ruhig und geduldig geblieben, das war wichtig. Zukünftig müssen wir einfach noch die Tore schießen, am Boden bleiben und weiter derart fokussiert arbeiten. Denn so wie jetzt macht es uns allen Spaß!
Marius Gersbeck: Ich bin sehr erleichtert, bei einem Pokalspiel geht es darum, weiterzukommen. Das haben wir verdient geschafft – auch, wenn es ein langer Weg war. Wir haben vorher besprochen, wo die Elfmeterschützen von Saarbrücken hinschießen könnten, das hat zum Glück gut funktioniert. In der ersten Hälfte hatten wir viele Chancen, viel Kontrolle. Nach der Pause hatten wir auch Möglichkeiten, aber das zweite Tor ist nicht gelungen und dann reicht eine Chance für Saarbrücken. Der Ball hat extrem geflattert, aber vielleicht kann ich den auch halten. Das war zunächst niederschmetternd, umso stolzer bin ich, dass wir es noch geschafft haben. Als Team bleiben wir bei uns, lassen uns von Rückschlägen nicht unterkriegen und sind eine richtig gute Mannschaft – das sieht man aktuell Woche für Woche auf dem Platz.

Niklas Kolbe: Leider brauchten wir am Ende mehr Glück als vorgesehen. Wir hatten einen klaren Plan, und wenn wir den in so einem Spiel mit 100 Prozent Leidenschaft und Teamgeist umsetzen, können wir uns eigentlich nur selbst schlagen. Wir hatten viel Ballbesitz und auch die nötige Ruhe am Ball. So ist unser Plan dann auch aufgegangen, nur haben wir unsere Chancen nicht ausreichend genutzt. Dadurch mussten wir unnötigerweise ins Elfmeterschießen. Die Hauptsache ist aber, dass wir weiter sind. Nun gilt es, an die Leistungen der ersten drei Spiele anzuknüpfen.
Sportdirektor Benjamin Weber: Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, aber das zweite Tor nicht erzielt. Und dann ist das der Pokal, wenn das nicht gelingt – es zählt, was auf der Anzeigetafel steht. Dann war es eine Mentalitätsfrage, und wir haben einfach weitergemacht. Es ist ärgerlich, dass wir die Partie nicht in 90 Minuten entschieden haben, Saarbrückens Torhüter hat aber auch ein Riesenspiel gemacht. Mit dem dominanten, intensiven Auftritt bin ich aber zufrieden. In der Lotterie Elfmeterschießen haben unsere Schützen gut geschossen und Marius herausragend pariert. Wir haben solche Situationen immer wieder ins Training eingebaut, das Trainerteam und Andreas Menger haben da einen guten Job gemacht. Jetzt heißt es: Mund abwischen, eine Runde weiter. Solche Spiele stärken die Gruppe und jeden Einzelnen. Wir sind zufrieden mit diesem Start, wissen aber, dass das das Ergebnis von sehr harter Arbeit ist.