Ein Ausschnitt des Daches des Dresdner Rudolf-Harbig-Stadions.
Profis | 18. September 2026 um 12:20 Uhr

Kurvenwissen: Fakten zu #SGDBSC

Die aktuell erfolgreichste deutsche Profimannschaft, der aktuell einzige Zweitligist der fünf europäischen Topligen in Spanien, England, Deutschland Italien und Frankreich, der noch keinen Zähler abgegeben hat – alle Herthanerinnen und Herthaner durften in den vergangenen Wochen einen schlichtweg fantastischen Start unserer Profis bejubeln. Ein Start, den die Jungs von Trainer Stefan Leitl im abschließenden Ligaspiel vor der Länderspielpause bei der SG Dynamo Dresden am Samstagabend (19.09.26, 20:30 Uhr) noch einmal bestätigen wollen. Unser Coach fand im Vorfeld des Duells mit den Schwarz-Gelben bei der Pressekonferenz noch einmal lobende Worte für seine Schützlinge. „Das Team funktioniert, das ist das Entscheidende. Jeder opfert sich komplett für dieses Team auf, jeder ist komplett in dieses Team integriert. Die Automatismen passen, die Jungs erfüllen ihre Aufgaben mit viel Leidenschaft. Das macht es als Trainer einfach“, erklärte Leitl. Zahlen und Daten zum Topspiel unter Flutlicht im Rudolf-Harbig-Stadion stehen im Kurvenwissen.

Bemerkenswert:

  • Pflichtspiele zwischen SGD und BSC gab es erst fünf. Drei der bisherigen vier Ligaduelle gingen bei 4:1 Toren an unsere Blau-Weißen, hinzu kommt der unvergessene Pokalfight im Olympiastadion 2019/20, der nach Elfmeterschießen an unsere Berliner ging.
  • Resilienz und Offensivstärke sind eine bisherige Kerneigenschaft unseres Teams. Die Jungs mit der Fahne auf der Brust haben in dieser Saison schon zwei Unterzahlsituationen überstanden, Spiele nach einem Zwei-Tore-Rückstand gewonnen und immer wieder Widerstände überwunden, so auch zuletzt an der Bremer Brücke in Osnabrück. 15 Tore nach fünf Spieltagen sind außerdem ein neuer Hertha-Rekord in 59 Jahren Profifußball.
  • Kein Klub kassierte mehr Gegentore als die Dresdner (12, gleichauf mit Cottbus und Braunschweig). Aber: Zu Hause steht Dresden besser als auswärts. In zwei Heimspielen kassierte Dynamo nur zwei Gegentore und ließ auch nur zwei gegnerische Großchancen zu. In den drei Auswärtspartien waren es zehn Gegentreffer und neun zugelassenen Großchancen.
  • Vorsicht bei Standards: Die SG Dynamo hat über ein Drittel ihrer Tore nach Standardsituationen erzielt, genauer gesagt 43 Prozent.
  • Unsere Alte Dame ist erst das zwölfte Team in der Historie der zweiten Liga, dass seine ersten fünf Spiele gewinnen konnte. In den ersten sechs Zweitligapartien einer Saison konnten erst zwei Mannschaften triumphieren: Bayer 04 Leverkusen 1978/79 (sogar die ersten neun!) und Hannover 96 in der Spielzeit 1986/87 (siegte in den ersten acht). Beide Teams stiegen am Ende übrigens als Meister auf.

Das Personal: Die Sperren von Paul Seguin und Boris Mamuzah Lum sind abgelaufen, verletzungsbedingt fehlt kein Herthaner – unser Coach kann also aus dem Vollen schöpfen. In der Offensive stellte Leitl dabei Oluwaseun Adewumi, der nach drei Toren in vier Jokereinsätzen in Osnabrück erstmals beginnen hatten dürfen, ein erneutes Startelfmandat aus. „Seun hat nachhaltig gezeigt, welches Talent er hat, ist klar im Kopf, hat gut trainiert und wird am Samstag starten“, unterstrich der 49-Jährige. Auch in anderen Mannschaftsteilen hat unser Trainerteam die erfreuliche Qual der Wahl, wobei Leitl im Vorfeld die Zufriedenheit mit dem gesamten Team und dessen Performance auf dem Grün noch einmal betonte: „Unsere Intensität hat sich in allen Bereichen deutlich erhöht“, bilanzierte der gebürtige Münchner.

Dresdens Trainer Thomas Stamm an der Seitenlinie.

Der Gegner: Vor dem 6. Spieltag liegt die SG Dynamo mit vier gesammelten Punkten auf Tabellenplatz 17. Den bis dato einzigen Dreier lieferte das erste Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 (1:0), zuletzt punkteten die Dresdner beim 2:2 in Braunschweig. Nun wollen die Sachsen vor der Länderspielpause auf eigenem Platz nachlegen. „Der Start war nicht optimal, aber ich finde, dass wir von der Herangehensweise her auf einem guten Weg sind. Wir müssen dranbleiben, hart arbeiten und dann werden die Punkte auch kommen. Es ist noch früh in der Saison“, sagt Thomas Keller. Der Innenverteidiger und seine Teamkollegen haben Respekt vor unserem Team – aber selbstverständlich dennoch Punkteambitionen. „Berlin hatte den perfekten Start mit maximaler Punkteausbeute. Trotzdem ist die zweite Liga so ausgeglichen, dass in jedem Spiel alles möglich ist“, glaubt der Innenverteidiger. „Gerade zu Hause in einem Flutlichtspiel wollen wir die drei Punkte!“ Thomas Stamm attestierte unserem Team in der Dresdner Pressekonferenz auf Nachfrage „viel Qualität, die Mannschaft agiert unfassbar geschlossen und mit unglaublicher Intensität gegen wie mit dem Ball. Ihr Spiel wirkt homogen und kompakt. Wir müssen wissen, was auf uns zukommt und defensiv ein sehr, sehr gutes Spiel machen“, so der SGD-Coach.

Die Schiedsrichter: Christian Dingert leitet das Duell mit Dynamo. Der 46-Jährige kann auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen, pfiff bisher bereits 212 Begegnungen in der Bundesliga und 36-mal im DFB-Pokal, darunter auch das Endspiel 2025 zwischen Arminia Bielefeld und dem VfB Stuttgart. Hinzu kommen 150 Einsätze im Unterhaus. 19 Spiele führten Dingert dabei bereits mit unserem Hauptstadtclub zusammen. Die blau-weiße Bilanz: Zehn Siege, vier Punkteteilungen, fünf Niederlagen. Am Samstag assistieren dem Unparteiischen Benedikt Kempkes und Daniel Bartnitzki als Assistenten an den Seitenlinien sowie Felix Grund als vierter Offizieller. Patrick Hanslbauer und Franz Bokop sind als VAR gefragt.

von Konstantin Keller