
„Ich kann mit meiner Erfahrung helfen“
Gustaf Nilsson hat im Fußball bereits einiges erlebt und gesehen. Unser Leih-Neuzugang von Club Brügge lief nicht nur bei der WM in diesem Sommer für Schweden beim Sechzehntelfinale gegen Frankreich auf. Der Mittelstürmer erzielte darüber hinaus auch schon ein entscheidendes Tor in der K.o.-Runde der UEFA Champions League. Gleichzeitig kennt der 29-Jährige den 1. FC Magdeburg, kommender Gegner unserer Herthaner in der 2. Bundesliga, bestens. Im Trikot des SV Wehen Wiesbaden stand die Nummer 9 dem Verein aus Sachsen-Anhalt bereits drei Mal gegenüber und bejubelte dabei zwei eigene Treffer. Im Interview mit Redakteur Erik Schmidt sprach der 1,97-Meter-Hüne über Gründe für seinen Wechsel, besondere Stadien und Tattoos.
Herzlich willkommen bei Hertha BSC, Gustaf! Was weißt du über unseren Verein?
Nilsson: Dieser Club ist sehr groß. Ich habe natürlich schon häufiger Spiele von Hertha im Fernsehen gesehen – sowohl in der 1. als auch in der 2. Bundesliga.
Künftig wirst du selbst das Trikot mit der Fahne auf der Brust tragen. Warum hast du dich für einen Wechsel zu Hertha entschieden?
Nilsson: Wir hatten vor einigen Tagen sehr gute Gespräche, in denen sich herausgestellt hat, dass Hertha für mich eine fantastische Option darstellt. Anschließend ging es auch recht schnell. Außerdem habe ich mich mit Dedryck Boyata, der hier vor ein paar Jahren gespielt hat, unterhalten – und er konnte nur Gutes über den Verein sagen.
Welche Ziele hast du im Blick? Worauf freust du dich in den kommenden Wochen und Monaten am meisten?
Nilsson: Das übergeordnete Ziel ist meiner Meinung nach, dass der Club irgendwann in die Bundesliga zurückkehrt. Ich persönlich kann es kaum erwarten, vor den Fans und der fantastischen Kulisse im Olympiastadion, von der ich schon viel gehört habe, aufzulaufen. Außerdem will ich dem Team helfen und möglichst viele Tore schießen.

Zwischen Januar 2021 und Juli 2022 standest du beim SV Wehen Wiesbaden unter Vertrag. Wie blickst du auf diesen Abschnitt deiner Laufbahn zurück?
Nilsson: Es war eine großartige Zeit, die ich sehr genossen habe und gleichzeitig auch ein sehr wichtiger Schritt in meiner Karriere. Denn anschließend ging es für mich nach Belgien. Insgesamt habe ich wirklich nur positive Erinnerungen an Wiesbaden.
Was kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du an den deutschen Fußball denkst?
Nilsson: Fans! Viele Fans, viele Emotionen und tolle Atmosphäre rund um die Stadien. Deswegen freue ich mich auch schon so sehr auf die Spiele.
Anschließend hast du mit Royale Union Saint-Gilloise und Club Brügge in der UEFA Conference, Europa und Champions League gespielt. Wie sehr haben dich diese Auftritte auf internationaler Bühne sowie die Jahre in Belgien insgesamt geprägt und weitergebracht?
Nilsson: Extrem. Ich hatte wirklich gute Jahre in Belgien, in denen ich mich menschlich und sportlich weiterentwickeln konnte. Allein die Gelegenheit, an all diesen europäischen Wettbewerben teilzunehmen, war etwas ganz Besonderes. Ich habe verrückte Spiele erlebt, viele beeindruckende Stadien gesehen. Der speziellste Moment war sicherlich mein Tor in der K.o.-Runde der Champions League gegen Atalanta, das in der Nachspielzeit zum Sieg geführt hat. Solch große Spiele sind einfach unglaublich und besondere Erfahrungen. Aufgrund dieser Erfahrungen habe ich auch wieder die Möglichkeit bekommen, für die schwedische Nationalmannschaft aufzulaufen.
Du lieferst das Stichwort. Ein noch größeres Karrierehighlight bescherte dir dieser Sommer. Welche Erinnerungen hast du von der WM mitgenommen?
Nilsson: Es war einfach nur großartig, ein Teil von dem Ganzen gewesen sein zu dürfen. Eine WM und alles drumherum ist unfassbar riesig – genau wie die Stadien vor Ort. Ich habe ein paar Minuten auf dem Rasen bekommen, was wunderbar war. Alles in allem war das eine außergewöhnliche Erfahrung für mich.

Nun geht es für dich bei Hertha weiter. Wie hast du die bisherigen Auftritte unserer Mannschaft in dieser Saison verfolgt?
Nilsson: Als es darum ging, eine Entscheidung zu treffen, habe ich mir die Spiele natürlich genauer angeschaut. Zuletzt gab es nur Siege, das war schon einmal ein perfekter Start in die Saison (grinst). Der Spirit im Team erscheint mir sehr gut, nach diesen Ergebnissen haben alle mit Sicherheit ein positives Mindset. Darüber hinaus habe ich ein Auge auf die 2. Bundesliga gehabt, weil einige gute Freunde von mir wie Eric Smith, Alexander Bernhardsson oder Mattias Svanberg jetzt hier spielen.
Wie willst du dich einbringen und wie kannst du dem Team helfen – menschlich und sportlich?
Nilsson: Ich glaube, dass ich mit meiner Erfahrung, die ich auf den großen Bühnen gesammelt habe, helfen kann. Ansonsten will ich einfach hart arbeiten und das Team so gut wie möglich unterstützen, in dem ich in der Box präsent bin und versuche, Tore zu schießen.
Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Nilsson: Als Person bin ich eher ein ruhiger Typ. Ich mag es, Zeit mit meiner Frau zu verbringen. Wir gehen gerne in Cafés und Restaurants oder relaxen zusammen – solche Dinge eben. Als Fußballer bin ich sehr mannschaftsdienlich, durchaus auch aggressiv im Sinne der Siegermentalität (grinst).
Wen kennst du schon aus deinem neuen Team?
Nilsson: Bislang niemanden. Ich glaube, dass ich in Dänemark schon gegen einen der dänischen Jungs gespielt habe und in Belgien gegen Thorsteinsson. Aber wir sind uns da eben nur als Gegenspieler begegnet.
Welchen Funfact müssen unsere Fans über dich wissen?
Nilsson: (überlegt) Ich weiß nicht so recht. Vielleicht, dass ich Herrn Nilsson, den Affen von Pippi Langstrumpf, auf meinem Bein tätowiert habe (lacht)!