Sandro Schwarz sitzt auf dem Podium im PK-Raum.
Profis | 26. Januar 2023, 13:30 Uhr

„Chance, die Stimmungslage zu drehen!“

Englische Wochen sind sehr eng getaktet, das ist keine neue Erkenntnis. Zu drei Partien kommen insgesamt sechs Pressekonferenzen – drei vor den Spielen, drei nach den Spielen. Dazu Training und Besprechungen. Für Sandro Schwarz stand am Donnerstag der fünfte Austausch mit den Medienschaffenden auf dem Programm, ehe es wieder auf den Schenckendorffplatz gehen sollte. Bei beiden Terminen im Mittelpunkt: das Stadtduell mit dem 1. FC Union am Samstag (28.01.23, 15:30 Uhr; Resttickets hier). „Für uns ist es eine riesige Möglichkeit, die Stimmungslage zu drehen. So ein Derby ist unabhängig von der Tabellensituation immer emotional, wir wollen für den Verein ein anderes Gefühl erzeugen“, sagte unser Coach und erhielt Zustimmung von Fredi Bobic. „Unsere Situation müssen wir voll annehmen. Wir können am Samstag vieles in die positive Richtung drehen, aber es liegt an uns selbst. Das werden wir den Jungs bis zum Anpfiff weiter einimpfen“, nimmt unser Geschäftsführer die Mannschaft in die Verantwortung.

Übrigens: Dass ein Stadtduell den Abschluss einer englischen Woche bildet, gab es bereits einmal. Im Herbst der Saison 2019/20 gastierten unsere Jungs nach dem Ligaspiel gegen Hoffenheim und dem Pokalauftritt gegen Dresden an der Alten Försterei.

Die aktuellen Aussagen aus der Gegenwart hat herthabsc.com notiert, HerthaTV die gesamte Pressekonferenz aufgezeichnet. Die beiden Protagonisten sprachen über...

… die Marschroute für das Stadtduell:

Sandro Schwarz: Das Spiel kommt meiner Meinung nach zum richtigen Zeitpunkt. Für uns ist es eine riesige Möglichkeit, die Stimmungslage zu drehen. Denn diese war nach dem Auftakt zurecht nicht gut. So ein Derby ist unabhängig von der Tabellensituation immer emotional, wir wollen für den Club ein anderes Gefühl erzeugen. Das wollen wir ausstrahlen. Klar ist, dass wir es viel, viel besser machen müssen als zuletzt.

Fredi Bobic: Das Wichtigste ist jetzt, dass wir die Jungs wieder aufbauen. Denn wir sind am Beginn der Rückrunde, wir haben noch einen langen Weg vor uns. Unsere Situation müssen wir voll annehmen. Wir können am Samstag vieles in die positive Richtung drehen, aber es liegt an uns selbst. Das werden wir den Jungs bis zum Anpfiff weiter einimpfen.

... die Köpenicker:

Sandro Schwarz: Wir treffen auf eine Mannschaft, die ihre Abläufe schon lange verinnerlicht hat. Aber für uns gilt es, unser Spiel mit den Grundtugenden auf den Platz zu bekommen. Mit Respekt vor den Stärken des Gegners, aber auch mit dem nötigen Selbstbewusstsein. Wir haben nicht vor, uns zu verstecken. Wir wollen in diesem Stadtderby zeigen, was wir auf dem Schläger haben und dabei intensiven Fußball spielen. Das ist die Aufgabe, das ist der Auftrag.

... Personalien für Samstag:

Sandro Schwarz: Jonjoe Kenny fällt mit einer Gehirnerschütterung aus. Wenn wir bei der Viererkette bleiben, stehen Peter Pekarík und Julian Eitschberger bereit. Peky ist die erfahrene und defensivere Option, Eitschi die junge und offensivere. Agustín Rogel ist gesperrt, aber er fällt mit einer Knieverletzung die nächsten Wochen ohnehin aus. Filip Uremović hat es gegen Wolfsburg in einer schwierigen Partie gut gemacht. Er ist stabil im Zweikampfverhalten. Florian Niederlechner hat einen sehr guten Eindruck im Training hinterlassen. Man kann davon ausgehen, dass er im Kader sein wird. Er ist sehr flexibel auf den Offensivpositionen einsetzbar: in einer Doppelspitze, hängend, im 4-3-3 als einzige Spitze, weil er ein gutes Anlaufverhalten hat, oder auf der Außenbahn.  

… das richtige Verhältnis von Zuversicht und Selbstkritik:

Fredi Bobic: Keiner ist momentan glücklich mit der Situation. Das geht der Mannschaft so, das geht dem Trainer so, das geht mir so. Mit Blick auf die Punkte war das keine gute Hinrunde, das ist klar. Aber dennoch war sehr vieles nicht schlecht. Das können wir auseinanderhalten und richtig analysieren. Wir müssen Haltung zeigen und alles raushauen.

von Florian Waldkötter