Langston Uibel in einer Hertha-Jacke.
Fans | 26. Dezember 2023, 09:21 Uhr

Dieser Moment, als ich Herthaner wurde

War es der erste Schal, den eure Eltern euch auf dem Weg zum Spiel gekauft haben? War es der erste durchs Olympiastadion hallende Hertha-Fangesang, der euch nachhaltig beeindruckt hat? Oder doch die Kunststücke einzelner Blau-Weißer auf dem grünen Rasen – von Ete Beer über Marcelinho bis hin zu Marko Pantelić? Jede Herthanerin und jeder Herthaner hat einen eigenen Weg in unsere blau-weiße Familie. Gemeinsam mit Exklusiv-Partner Berliner Kindl Berliner Kindl sucht unser Hauptstadtclub genau diese Geschichten – diesen Moment, als ihr Herthaner geworden seid.

Für Langston Uibel schuf seine Kindheit in Westend schnell erste Berührungspunkte mit unserer Alten Dame. „Ich bin 2006 nach Berlin gezogen und dann jeden Tag am Olympiastadion vorbeigefahren“, berichtet der 25-Jährige im Gespräch mit herthabsc.com. „Es dauerte keine zwei Wochen, ehe ich im Rahmen eines Schulausfluges zum ersten Mal zu Hertha gekommen bin. Wiederum zwei oder drei Wochen später war ich schon bei den Kiddies und bin seitdem drangeblieben. Mitglied bin ich natürlich bis heute!“

Hertha als „perfekter Ausgleich“ – und einst als Arbeitgeber

Für den Schauspieler, bekannt aus Netflix-Produktionen wie „Unorthodox“ oder „How to Sell Drugs Online (Fast)“, bildet unser Hauptstadtclub einen Ruhepol in seinem ereignisreichen Leben. „Immer, wenn ich in Berlin bin, bin ich im Stadion. Dabei gehe ich auch gerne mal alleine, gucke einfach das Spiel und kann dabei abschalten. Im Vergleich zu den Dingen, mit denen ich mich beruflich beschäftige, stellt Hertha den perfekten Ausgleich dar“, sagt der gebürtige Londoner. Dazu tragen auch die Umgebung und der Ortsteil bei, in dem der Blau-Weiße viel erlebt hat. „Westend ist für mich einfach zu Hause. Wenn ich mich hier bewege, kommen stets Erinnerungen hoch. Ich hatte eine sehr schöne Kindheit, und Hertha war immer ein wichtiger Bestandteil“, verrät Uibel.

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Westend ist für mich einfach zu Hause. Wenn ich mich hier bewege, kommen stets Erinnerungen hoch. Ich hatte eine sehr schöne Kindheit, und Hertha war immer ein wichtiger Bestandteil.
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-Langston Uibel

Langston Uibel blickt auf die Hertha-Wand vor der Geschäftsstelle.
Hertha immer im Blick: Langston Uibel.

Auch in der Jugend blieb unser Club präsent – und war kurzzeitig sogar Arbeitgeber. „Ein Familienfreund, der bei Hertha mal im Merchandising gearbeitet hat, hat mir einen Minijob in einer Verkaufsbude vermittelt. Wir waren immer zu zweit und jeder konnte eine Halbzeit gucken. Außerdem gab es Geld für Pommes, das war nett“, schmunzelt Uibel, der nur wenige Fußminuten vom Olympischen Platz entfernt wohnte. „Mein Bruder Duke hat auch mal im Merchandising gearbeitet. Ich habe in der Zeit unheimlich viele nette Leute kennengelernt und nicht zuletzt wegen solcher Erfahrungen schon immer gerne mit diesem Club zu tun gehabt.“ Die Zuneigung ist gegenseitig: Als ein ehemaliger Vorgesetzter, der immer noch für unseren Verein arbeitet, das Mitglied der Deutschen Filmakademie während des Gesprächs mit unseren Clubmedien erkennt, folgt eine herzliche Begrüßung.

Viele Erinnerungen verbinden Uibel mit unseren Blau-Weißen. Als Fan hat sich das Heimspiel gegen den Hamburger SV (1:3) in der so unglücklich verlaufenden Saison 2009/10 eingeprägt. „Damals war ich sogar Einlaufkind. Nach Arne Friedrichs 1:0 herrschte Aufbruchstimmung im Stadion. Dann kamen die Situationen, wo Sascha Burchert mit dem Kopf klären musste und aus meiner Sicht nichts falsch gemacht hat – aber eben diese beiden Tore für Hamburg fallen, wie bei einem Glitch. Ein echt skurriles Spiel“, erinnert sich der Herthaner. Doch selbstverständlich hat der langjährige Fan auch etliche schöne Momente mit unseren Spreeathenern erlebt. Uibel erinnert sich immer wieder gerne an „das geniale Spiel gegen Dynamo Dresden im Pokal, wo uns Jordan Torunarigha in letzter Minute ins Elfmeterschießen geschossen hat, oder natürlich Partien gegen den FC Bayern, in denen wir im Olympiastadion gewinnen konnten.“

Faszination über die 90 Minuten hinaus

Die Begeisterung für Hertha BSC geht beim Schauspieler über das Geschehen auf dem Rasen hinaus. „Ich stehe selbst nicht in der Ostkurve, finde es aber einfach nur beeindruckend, was die aktiven Fans da auf die Beine stellen. Ihr Engagement endet nicht bei den Spielen. Wie sie darüber hinaus ihre Rolle bei sozialen Themen interpretieren, den Fußball als Aufhänger dafür nehmen, Gutes zu tun und sich einzubringen – großartig“, freut sich der Berliner. „Es ist so wichtig, wenn sich Fans und Vereine für ihre Umgebung engagieren und vor der eigenen Haustür Dinge zum Positiven verändern. Dieser Verantwortung werden sie und wird auch Hertha gerecht!“

Verbundenheit, Ausgleich, Faszination: Langston Uibels Zuneigung für Hertha BSC ist ebenso vielseitig begründet wie tief verwurzelt. „Als Herthaner muss man viel Leidensfähigkeit mitbringen. Außenstehenden die Faszination für den eigenen Verein zu erklären, ist als Fußballfan nicht immer einfach“, sagt der 25-Jährige schmunzelnd. „Bei mir ist sie einfach da – und ich bin froh, dass das so ist!“

von Konstantin Keller