
Der personifizierte Berliner Weg: Ante Čović im Porträt
Obwohl Ante Čović am 31. August 1975 in Berlin das Licht der Welt erblickt hatte, kam der Sohn kroatischer Eltern erst über Umwege zu Hertha BSC. Nachdem der Mittelfeldspieler seine fußballerische Ausbildung bei Hajduk Split und kurz auch bei unserem Hauptstadtclub absolviert hatte, sammelte der Rechtsfuß mit dem Offensivdrang seine ersten Profierfahrungen beim VfB Stuttgart. Für die Schwaben gab Čović am 18. September 1994 gegen das mit Jay-Jay Okocha und Anthony Yeboah gespickte Eintracht Frankfurt sein Bundesligadebüt – und das verlief mehr als erfolgreich: Der damals 19-Jährige traf nach seiner Hereinnahme durch Chefcoach Jürgen Röber in den Schlussminuten doppelt und sorgte so für den 4:1-Endstand. Am Ende der Spielzeit standen für den Youngster insgesamt 13 Einsätze sowie zwei Tore und vier Vorlagen zu Buche. Als Belohnung folgte obendrein die erstmalige Berufung in die kroatische U21-Nationalmannschaft.

Die Saison 1995/96 verbrachte Čović im deutschen Unterhaus beim 1. FC Nürnberg, wo Hermann Gerland als Übungsleiter fungierte. Weil die Franken nach 34 Spieltagen jedoch den Gang in die Regionalliga antreten mussten, öffnete sich für den gebürtigen Berliner eine neue Tür: bei unserer Alten Dame. Dort traf der Flügelflitzer erneut auf Röber. Unter dem Fußballlehrer erarbeitete sich die Rückennummer 14 einen Stammplatz und trug mit vier Treffern zur umjubelten Rückkehr in die Bundesliga bei. Im Anschluss glückte ein besonderer Meilenstein, schließlich erzielte Čović im Duell mit Borussia Dortmund, dem zu diesem Zeitpunkt amtierenden Titelträger der UEFA Champions League, den ersten Treffer unseres Hauptstadtclubs nach dem Wiederaufstieg. Apropos Champions League: Danach gelang unseren Herthanern innerhalb von nur zwei Jahren der Durchmarsch in die Königsklasse. Im März 2000 feierte Čović seine Premiere in diesem Wettbewerb und das auf der wohl größtmöglichen Bühne – auswärts im Camp Nou beim FC Barcelona.

Wenige Monate später zog es den Blau-Weißen dann noch einmal weg von Hertha BSC und raus aus Berlin – allerdings nur vorübergehend. In der Saison 2000/01 lief der Mittelfeldspieler für den VfL Bochum auf, die Spielzeit 2001/02 verbrachte er beim 1. FC Saarbrücken. Ab Sommer 2003 setzte Čović dann seinen persönlichen Berliner Weg fort. Bis 2010 streifte sich der Herthaner das Trikot unserer U23 über, um als erfahrener Akteur junge Teamkollegen wie Prince Boateng, Ashkan Dejagah oder Patrick Ebert an die Hand zu nehmen. Für unsere Bubis stand Čović insgesamt in 167 Pflichtspielen (34 Tore) auf dem Rasen, hinzu kommen wettbewerbsübergreifend 80 Einsätze (neun Tore) für unsere Profis. Kein Mitspieler lief währenddessen auch nur annähernd so oft an seiner Seite auf wie Andreas Schmidt – nämlich 136 Mal.

Nach dem Ende der aktiven Karriere startete der zweifache Familienvater sogleich seine Trainerlaufbahn – natürlich bei unserer Alten Dame. In der Akademie machte es sich Čović fortan zur Aufgabe, junge Talente zu fordern sowie zu fördern, sie in ihrer Entwicklung voranzubringen und auf ihrem eigenen Berliner Weg zu unterstützen. Zunächst kümmerte sich der Übungsleiter um die blau-weiße U15 – unterbrochen von einem Engagement in der Saison 2011/12 bei den Profis als Assistenzcoach von Otto Rehhagel. Ab Sommer 2013 betreute Čović die U19, ehe sich schon im November des gleichen Jahres die Beförderung zur U23 anschloss. Die Bubis begleitete der Fußballlehrer bis 2019 an der Seitenlinie. Dann folgte die Ernennung zum Chefcoach unserer Profis. Bei unseren Profis trug der Herthaner in wettbewerbsübergreifend 14 Duellen (fünf Siege) die Verantwortung. Hinzu kommen insgesamt 255 Pflichtspiele (106 Siege) in gleicher Rolle bei unserer U23, zu der Čović zur Spielzeit 2021/22 für zwei weitere Jahre zurückgekehrt war. Bei den Bubis vertraute der Übungsleiter keinem Akteur so oft wie Tony Fuchs – nämlich 186 Mal. Nach Aufgaben bei der U16 sowie U17 trainiert der Herthaner seit Beginn der Saison 2025/26 die U19 unseres Vereins. Die blau-weißen Gene übertrug Čović zudem an seine beiden Söhne Maurice und Patrice, die ihre fußballerische Ausbildung jeweils in unserer Akademie absolviert hatten. Ante Čović bei einem anderen Club? Längst unvorstellbar. Hertha BSC ohne Ante Čović? Genauso unvorstellbar. Der nun 50-Jährige ist nicht nur Blau-Weißer durch und durch, sondern stellt schließlich auch den personifizierten Berliner Weg dar.
Ante, wir gratulieren dir von ganzem Herzen zum Geburtstag und wünschen dir alles Gute, viel Gesundheit und Erfolg für die Zukunft!