
„Man merkt die ersten Tage in den Beinen“
Das Quartier unserer Herthaner im Trainingslager in Portugal kennt Márton Dárdai bereits. Vor einigen Jahren stattete der Verteidiger dem Teamhotel mit der U17 des DFB schon einmal einen Besuch ab. Über die damals wie in der Gegenwart hervorragenden Bedingungen, seine große Leistungssteigerung im Verlauf der Hinserie und die besondere Verbindung zu unserem Verein sprach der gebürtige Berliner am Dienstag in einer Medienrunde.
… die Bedingungen und die Arbeit vor Ort:
Ich war mit der U17 des DFB schonmal hier, kenne das Hotel deshalb schon. Wir können uns überhaupt nicht beschweren über die Bedingungen – mein Zimmer ist super, mein Zimmerpartner Fabian Reese auch (lacht). Wir verstehen uns sehr gut, haben Spaß zusammen. Im Training ist es insgesamt noch einen Tick intensiver als sonst, wir wollen fit werden und sehr gut aus der Pause herauskommen. Die ersten zwei, drei Tage merkt man schon in den Beinen. Wir haben eine gute Mannschaft, wenn wir das Maximale auf den Platz kriegen, ist es möglich aufzusteigen. Aber: Wir schauen von Woche zu Woche, wollen uns noch verbessern und gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen.

… den schwierigen Beginn der Spielzeit:
Der Saisonstart war eine schwierige Zeit für mich, aber ich habe sehr gute Unterstützung vom Trainerteam und den Kollegen bekommen. Dafür bin ich sehr dankbar. Speziell Stefan Leitl hat viel mit mir geredet und mir immer wieder Mut zugesprochen. Auch einige Teamkollegen haben mich zur Seite geholt. Und: Ich habe versucht, noch mehr zu machen, noch mehr zu arbeiten, um mir selbst nichts vorwerfen zu müssen. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als es dann wieder besser lief.
… Gründe für seine Leistungssteigerung und weniger Verwarnungen im Saisonverlauf:
Mit dem Hannover-Spiel kam das Selbstvertrauen zurück, darauf konnte ich Woche für Woche aufbauen. Die Umstellung auf die Viererkette war auch ein Knackpunkt. Es freut mich, dass sowohl die Mannschaft als auch ich wieder zu unserer Leistung zurückgefunden haben und wir den Abstand nach oben so verkürzen konnten. Was die Verwarnungen angeht: Nach der vergangenen Saison, in der ich 13 gelbe Karten kassiert habe, hatte ich mir das Ziel gesetzt, darauf mehr zu achten. Bis jetzt ist mir das gelungen (Márton steht bei zwei Verwarnungen, Anm. d. Red.), und ich hoffe, es geht so weiter.
… die aktuelle Rolle als letzter Dárdai:
Ich war in den 15 Jahren schon einmal mit meinem Vater bei Hertha BSC, dann mit zwei Brüdern und auch mit einem Bruder. Inzwischen bin ich zum zweiten Mal komplett alleine – aber jeder geht seinen Weg und vielleicht findet man ja auch bald zurück. An Weihnachten waren wir jedenfalls alle an einem Tisch (lächelt). Außerdem haben wir unsere WhatsApp-Gruppe, in die wir Tag für Tag etwas reinschicken.
… seine Verbindung zur Alten Dame:
Ich bin seit der U10 hier, es ist ein langer Weg gewesen und ich bin stolz darauf, so lange und ohne Unterbrechungen hier zu sein. Inzwischen kann ich den Jungs einige Geschichten erzählen (schmunzelt). Es gab Angebote, ich habe mich aber immer wieder für Hertha entschieden, wollte mich hier festigen, bevor ich vielleicht irgendwann einmal etwas anderes sehe. Gerade nach dem Abstieg war mir wichtig, dabei mitzuhelfen, das wieder gut zu machen. Es ist meine Aufgabe und mein klares Ziel, mit Hertha in die erste Liga zurückzukehren. Wenn es in dieser Saison klappt, wäre ich überglücklich.