Stefan Leitl in einer Medienrunde.
Profis | 9. Januar 2026, 22:11 Uhr

„Absolut leistungsbereit“

Das Duell mit Standard Lüttich stellte für unsere Herthaner eine wichtige Prüfung, aber nicht das Ende des Trainingslagers in Portugal dar. Bis Samstag gastieren die Blau-Weißen noch an der Algarveküste. Stefan Leitl zog nach dem Testspiel in einer Medienrunde dennoch bereits ein Fazit zum Übungscamp. Dabei sprach unser Chefcoach über…

… die knappe Niederlage gegen den belgischen Erstligisten:

Ich bewerte solche Spiele nicht über – vor allem, weil die Platzverhältnisse für beide Mannschaften extrem schwierig waren. Die Teams haben das Beste daraus gemacht. Wir haben alle Spieler aufs Feld bekommen und keine Verletzten dazubekommen – deswegen war das für mich ein guter Test. Grundsätzlich hat die Partie super für uns begonnen. Man hat auch gesehen, was unsere Stärke ist: Nämlich, dass wir nach Ballgewinn schnell ins Umschalten kommen können. Auf diese Weise haben wir ein überragendes Tor erzielt. Anschließend haben wir dann aber Dinge gemacht, die man auf einem solchen Platz nicht machen sollte. Wir hatten permanent eine kurze Spieleröffnung und sind selbst gleich zwei Mal in Umschaltaktionen des Gegners geraten. Dann dreht sich ein Spiel ohne Not. Wir müssen gerade in so einer Begegnung lernen, auch mal einen langen Ball zu spielen. Das hat uns in der zweiten Hälfte dann auch mehr Räume beschert. Da fand ich uns richtig gut und intensiv. Am Ende war es aber natürlich etwas bitter, dass wir verloren haben.

… die frühe Auswechslung von Luca Schuler:

Ich wollte Seba (Sebastian Grønning, Anm. d. Red.) ein bisschen länger spielen lassen. Außerdem hat Luca mir den Eindruck gemacht, dass er in Form von Müdigkeit nicht ganz auf der Höhe ist. Es geht insgesamt darum, wie intensiv wir auch bei schlechten Bodenverhältnissen Fußball spielen– und das hat mir in der ersten Phase nicht ganz so gut gefallen. Da wollte ich kein Risiko eingehen und habe ihn runtergenommen.

… den Ausfall von Márton Dárdai:

Es hat einfach keinen Sinn gemacht, Spieler auf das Feld zu schicken, die angeschlagen sind, nur damit sie Minuten bekommen. Márton hat eine leichte Erkältung – die wird bis Anfang nächster Woche weg sein und er uns gegen Schalke wieder zur Verfügung stehen.

Stefan Leitl steht im Schatten.

… der Verlauf des Trainingslagers:

Es war wichtig, dass wir nun ins Spielen gekommen sind. Wir haben eine intensive Woche hinter uns, hatten kaum Ausfälle und konnten bisher alle unsere Themen durcharbeiten. Von daher ist das Trainingslager für mich total positiv zu bewerten. Wir haben Bedingungen vorgefunden, die deutlich besser sind, als sie in Berlin gewesen wären. Dementsprechend hat sich das für uns komplett gelohnt. Die Mannschaft war absolut leistungsbereit und hat gut gearbeitet. Wir sind im Kern nochmal enger zusammengerückt und haben den Teamgedanken gestärkt. Auch Spieler, die wie Jay Brooks und Leon Jensen länger raus waren, sind mal wieder eine Woche lang mit den anderen zusammengekommen. Nach einem kurzen Break geht es am Dienstag weiter, um sich auf Schalke vorzubereiten. Wir müssen am 17. Januar Intensität auf das Feld bekommen. Das haben wir uns im Übergangsplan erarbeitet, das haben wir uns in den Trainingseinheiten erarbeitet und auch angepasst – das war’s.

… die Auseinandersetzung zwischen Paul Seguin und Deyovaisio Zeefuik:

Es war mehr eine Lappalie als irgendetwas anderes. Die Jungs sind rausgegangen, weil ich spielen wollte – und wenn man spricht und schnattert, kann man nicht spielen. Es ist alles gut, das gehört dazu.

… Pascal Klemens:

Wir werden nach dem Trainingslager, wenn auf die Be- die Entlastung folgt, sehen, wie weit er ist. Grundsätzlich war es für Passi wichtig, dass er in einem hohen Umfang trainieren und nun 90 Minuten spielen konnte. Für uns ist es wiederum wichtig, dass ein Spieler, von dem wir sehr viel halten, zurück ist.

… Julian Eitschberger:

In unserem Umgang hat sich überhaupt nichts verändert. Eitschi ist ein Junge aus unserer Akademie. Die Situation ist so, dass er einen Wechselwunsch hinterlegt hat. Aber solange dieser Wunsch nicht erfüllt wurde, ist er Teil dieser Mannschaft und dieses Vereins. Deswegen erwarte ich absolutes Committment von ihm. Ich erlebe hier einen Julian Eitschberger, der sehr motiviert und total integriert ist. Letztlich ist jeder Spieler selbst dafür verantwortlich, Leistung zu bringen und zu spielen. So funktioniert ein Team.

von Erik Schmidt