Josip Brekalo in der Traumfabrik.
Profis | 3. Februar 2026, 17:30 Uhr

„Meine Augen sind groß geworden“

Für Josip Brekalo steht der Wechsel zu unserer Alten Dame im Zeichen von Rückkehren: In den deutschen Fußball, wo er die meisten Partien als Profi absolvierte. Und auch ins Berliner Olympiastadion, an das der Neuzugang gute Erinnerungen hat – nicht nur aufgrund dreier direkter Torbeteiligungen bei Gastspielen im weiten Rund. „Wenn du hier bereits als Gegner gespielt hast, bleibt dir das in Erinnerung. Es war immer ein Traum, im Olympiastadion zu spielen. Diese große Kulisse gibt dir als Spieler einen riesigen Schub“, sagt der Kroate, der für die Aufgabe in Berlin direkt Feuer und Flamme war. „Als ich gehört habe, dass Hertha Interesse hat, sind direkt meine Augen groß geworden. Ich wollte unbedingt herkommen, weil ich weiß, was das hier für ein großer Verein ist – welche Vergangenheit, aber auch welche Zukunft er hat!“ Über diese kommende Zeit im blau-weißen Trikot, weitere Gründe für seinen Wechsel und alte Bekannte im Kader spricht der 27-Jährige im ersten Interview als Herthaner mit Redakteur Konstantin Keller.

Josip, herzlich willkommen in Berlin und bei Hertha! Kannst du uns zum Einstieg in die vergangenen Stunden und Tage mitnehmen?
Brekalo: Dankeschön! Den ersten Kontakt hatte ich mit Sami Allagui. Es ging alles sehr schnell, innerhalb weniger Tage. Als ich gehört habe, dass Hertha Interesse hat, sind direkt meine Augen groß geworden. Ich wollte unbedingt herkommen, weil ich weiß, was das hier für ein großer Verein ist – welche Vergangenheit, aber auch welche Zukunft er hat! Gerade die ist wichtig. Dass so ein Verein in der zweiten Liga spielt, darf nur eine temporäre Sache sein und muss sich wieder ändern. Ich freue mich darauf, vielleicht ein Teil davon werden zu dürfen: Von der Mannschaft, die diesen Verein wieder dorthin bringt, wo er hingehört.

Was waren darüber hinaus die wichtigsten Gründe für deine Unterschrift an der Spree?
Brekalo: Das Potenzial des Vereins und diese Möglichkeit in meiner aktuellen Situation! Ich habe in den vergangenen zwei, drei Jahren einige sportliche Entscheidungen getroffen, aus denen ich viel lernen musste. Aber ich glaube, dass Hertha und ich ein perfektes Match sind. Ich kenne die Bundesligen und den deutschen Fußball sehr gut und freue mich wirklich, wieder hier zu sein.

Josip Brekalo im Interview.

Für dich stellt dieser Wechsel auch eine Rückkehr dar. Zwischen 2016 und 2023 hast du, abzüglich der Leihe nach Turin in der Spielzeit 2021/22, bereits hier in Deutschland gespielt. Wie sehr freust du dich auf die Rückkehr?
Brekalo: Sehr. Gerade wenn du hier in Berlin bereits als Gegner gespielt hast, bleibt dir das in Erinnerung. Es war immer ein Traum, im Olympiastadion zu spielen. Diese große Kulisse gibt dir als Spieler einen riesigen Schub. Jetzt selbst für diesen Verein aufzulaufen, ist wirklich ein Traum. Und dass wir gemeinsam in der zweiten Liga beginnen, ist für mich persönlich eine noch größere Motivation.

Du sprichst dein neues Wohnzimmer, das Olympiastadion, schon an. Hier hast du bereits zwei Mal für andere Teams getroffen, wie groß ist jetzt die Vorfreude auf deine Premiere mit der Fahne auf der Brust?
Brekalo: Ich kann mich noch erinnern, dass es für jeden Verein etwas Besonderes war, hier zu spielen. Du kommst in die deutsche Hauptstadt und triffst in dieser Atmosphäre auf Hertha – wo du merkst, dass die Unterstützung da ist, egal auf welchem Tabellenplatz die Heimmannschaft steht. Das ist für einen Fußballer ein sehr schönes Gefühl und war für mich auch ein wichtiger Grund, warum ich hierherkommen wollte.

Dabei triffst du im Team alte Bekannte: Mit John Anthony Brooks hast du lange in Wolfsburg zusammengespielt, auch Paul Seguin kennst du von dort. Wie sind deine Erinnerungen an die Jungs?
Brekalo: Super! Jay ist ein richtiger Berliner Junge, er wird mir sicher helfen, hier schnell anzukommen. Ich habe gute Erinnerungen an ihn, wir haben mehrere Jahre zusammengespielt. Das war eine schöne, eine erfolgreiche Zeit. Und stimmt, Paul habe ich in meinem ersten Jahr in Deutschland getroffen. Ich freue mich darauf, beide jetzt wieder regelmäßig zu sehen, und auf die anderen Jungs.

Lass uns noch ein bisschen auf deine Vita schauen. Du hast einiges erlebt, bringst neben etlichen Partien in der ersten und zweiten Bundesliga auch Erfahrungen aus der Serie A, La Liga, der Süper Lig und der kroatischen Liga mit. Welche Ligen haben dich spielerisch am meisten geprägt?
Brekalo: Vor allem natürlich die Bundesliga. Danach würde ich sagen die Serie A, dort hatte ich eine sehr erfolgreiche Saison mit Torino. Es war auch sehr schön, bei der Fiorentina zu unterschreiben, das ist ein Riesenverein. Leider hat es dort von meiner Seite aus nicht so gut geklappt, es gab viele Führungsspieler auf meinen Positionen und ich habe nicht regelmäßig gespielt. Die Serie A ist für Offensivspieler allgemein schwieriger, es gibt weniger Räume. Ich glaube, die Bundesligen sind eher mein Ding (grinst).

Jetzt wirst du wieder in diesem Wettbewerb auflaufen und standest am Dienstag bereits beim Training auf dem Rasen des Schenckendorffplatzes. Wie fällt dein erster Eindruck vom Coach und den Kollegen aus?
Brekalo: Das Wetter und die Temperaturen waren natürlich ein kleiner Schock für mich, so ehrlich muss ich sein (lacht). Im Vergleich zu Spanien war es ein Unterschied von knapp 20 Grad. Obwohl ich lange in Wolfsburg gespielt habe, kann mich nicht daran erinnern, dass es in Deutschland mal so kalt war. Trotzdem hat es Spaß gemacht. Die anderen haben mich sehr gut aufgenommen. Es hilft natürlich, dass ich schon ein paar Jungs kenne und mich auf Deutsch verständigen kann, um mich so schnell wie möglich zu integrieren. Der Trainer hat eine klare Idee, das war direkt zu erkennen. Die Mannschaft ist super und hat viel Qualität.

Abschließend: Was hast du dir mit Hertha vorgenommen?
Brekalo: Auf jeden Fall möchte ich sofort helfen. Wir müssen Spiele gewinnen, jede Begegnung ist für uns ein kleines Finale. Es ist aber noch alles möglich bis zum Saisonende. Ich glaube, jeder hier hat das gleiche Ziel!

von Konstantin Keller