Fabian Reese zieht im Duell mit Freiburg ab.
Profis | 11. Februar 2026, 00:32 Uhr

„Wir haben ein großes Spiel gespielt“

Dramatische 120 Minuten zwischen Hertha BSC und den Gästen aus Freiburg fanden vom Punkt im Sport-Club den glücklicheren Sieger. Zuvor hatten unsere Herthaner dem Bundesligisten einen großen Kampf geliefert und ihr Herz auf dem Platz gelassen. Die Berliner Reaktionen aus der Mixed Zone präsentiert 94,3 rs2.

Fabian Reese: Es ist in diesem Moment bitter und traurig, dass wir nicht ins Halbfinale einziehen konnten. Wir haben ein großes Spiel gegen einen großen Gegner gespielt und lediglich im Elfmeterschießen einen Strafstoß mehr verschossen. Wie eng Freud und Leid beieinanderliegen, haben wir gerade auf extrem harte Weise gesehen. Einen Elfmeter kann man aber verschießen, das ist absolut menschlich. Wir bauen die Jungs auf und fangen das als Team auf. Das ist jetzt schon Schnee von gestern. Ich bin trotzdem unheimlich stolz auf mein Team: Die Art und Weise, wie wir mit dem Ball gespielt haben, zurückgekommen sind, und dass wir eine Top-Acht-Mannschaft aus der Bundesliga am Rande einer Niederlage hatten. Die Energie, die wir hier entfacht haben, muss unsere Benchmark für die kommenden Schlüsselspiele sein. Am Samstag kommt eine Topmannschaft der zweiten Liga, da werden wir eine ähnliche Energie und fußballerische Qualität benötigen. Jetzt müssen wir schnell regenerieren und Samstag die Elf aufs Feld schicken, die bereit dafür ist, ein Feuerwerk abzubrennen.

Tjark Ernst: In mir ist gerade viel Leere. Wir haben alles auf dem Platz gelassen, einen großen Kampf geliefert und am Ende ist es natürlich bitter, im Elfmeterschießen auszuscheiden. Aber das gehört zum Fußball dazu. Die Leistung heute können wir mitnehmen, aber bei jedem von uns ist jetzt erstmal ein Schmerz da. Der ist auch wichtig, aber wir müssen uns jetzt schnell schütteln, denn am Samstag wartet mit Hannover die nächste große Aufgabe auf uns. Beim Gegentor wollte Linus Gechter zu mir zurückspielen und übersieht den Freiburger Spieler. Das sind Fehler, die können passieren, da gibt es auch gar keine Vorwürfe. Auch Linus ist bis dahin schon hunderte Meter marschiert, da können der Kopf oder die Beine schonmal müde werden. Nichtsdestotrotz haben wir es durch Fabian Reeses Sensationstor zurück ins Spiel geschafft. Bei den Paraden ist es mein Job, da zu sein. Wir haben als Team gut verteidigt. Ich hätte im Elfmeterschießen gerne noch den einen oder anderen mehr gehalten, aber die Freiburger Schützen haben auch sehr gut geschossen.

Sportdirektor Benjamin Weber: Wenn man gegen einen Bundesligisten ins Elfmeterschießen kommt, über 120 Minuten einen tollen Fight hinlegt, dann kann man auf die Leistung einfach nur stolz sein. Wir wussten, dass wir leiden müssen, aber auch, dass wir eine Chance haben. Natürlich ist es dann das Bitterste, im Elfmeterschießen zu verlieren. Auf der anderen Seite haben wir über 120 Minuten füreinander gekämpft - gegen einen Europa League Teilnehmer und Top-Bundesligisten. Auch wenn das in diesem Moment schwerfällt, muss uns die Leistung Mut machen. Der Matchplan vom Trainerteam hat gut funktioniert. Wir wollten eklig und intensiv sein, in den Ballbesitzphasen unsere Chancen suchen. Der Charakter der Mannschaft zeigt sich dann in solchen Momenten wie dem Gegentor. Wir haben danach direkt weitergemacht und konnten antworten. Fehler passieren, das Wichtigste ist, sie wieder gutzumachen. Wir haben in diesem Spiel gemerkt, wir können mithalten. Natürlich mussten wir an die Leistungsgrenze, das war uns bewusst, als klarer Außenseiter braucht man eine Top-Performance. Zum Fußball gehört es auch dazu, Elfmeter zu verschießen. Die Mannschaft kann und muss die Jungs wieder auffangen. Jetzt müssen wir diesen Mut und diese Energie, die auf dem Platz war, aber auch von den Rängen zurückkam, in die Liga mitnehmen.

von Hertha BSC