Fabian Reese guckt in die Kamera.
Profis | 1. Februar 2026, 16:42 Uhr

„Der Teufel steckt im Detail“

Nach einem Zwei-Tore-Vorsprung trennten sich unsere Herthaner noch mit 2:2 (2:1) vom SV Darmstadt 98. Die dadurch verpassten zwei Zähler schmerzten trotz lange guter Leistung zuvor. Alle Berliner Reaktionen zum Duell mit den Südhessen präsentiert 94,3 rs2.

Fabian Reese: Das Ergebnis ist zu wenig für uns. Wir haben unfassbar gute erste 30 Minuten gespielt, führen verdient mit 2:0 und können das dritte oder vierte Tor nachlegen. Dann haben wir den Gegner aber mit einem Elfmeter wieder dazu eingeladen, heranzukommen. Zudem haben wir die Anfangsphase der zweiten Hälfte verschlafen und dann noch eine rote Karte bekommen. Was die angeht: Der Schiedsrichter sagte mir, es sei ein Tritt, kein Ziehen, und deshalb in dieser Dynamik, wo Dawid keine Chance auf den Ball gehabt hätte, Rot. Wir hatten insgesamt zu viele Ungenauigkeiten, von vorne bis hinten, da kann sich keiner herausnehmen: Falsche Entscheidungen, Konter nicht perfekt aus- und hinten zu sorglos gespielt. Hätten wir das 3:0 gemacht, wäre das Spiel zu gewesen – so kamen mehrere Fahrlässigkeiten zusammen. Es fehlt aktuell an Kleinigkeiten, und der Teufel steckt dann im Moment im Detail. Es ist bitter und fühlt sich nach zwei verschenkten Punkten an.

Paul Seguin: Es ist einfach frustrierend, weil wir das Spiel gewinnen müssen. Wir haben eine sehr gute erste Hälfte gespielt und 2:0 geführt. Nach dem Elfmeter kam der Gegner dann langsam wieder ins Spiel zurück. Trotzdem hatten wir das Spiel unter Kontrolle, waren die bessere Mannschaft und haben guten Fußball gespielt. Zu Beginn der zweiten Halbzeit haben wir die Bälle, auch ohne Gegnerdruck, insgesamt zu früh verloren. Die rote Karte für Dawid Kownacki kann man geben, aber da müssen wir von vornerein besser verteidigen. Ich hätte auch schon am Sechzehner das Foul ziehen können, aber es ist jetzt eben so passiert. In der Saison sind noch 14 Spiele zu spielen. Die Leistung stimmt über die meiste Zeit. Ich glaube noch an das große Ziel und wir werden alles dafür geben!

Paul Seguin spielt einen Pass.

Tjark Ernst: Nach dem Spiel fühlt es sich nicht gut an. In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt, unser Plan ist aufgegangen. Darmstadt konnte mit seinen Stürmern vorne gar nicht zur Entfaltung kommen. Zur Halbzeit muss es eigentlich 3:0 oder 4:0 stehen, aber es steht 2:1. Dennoch gehen wir mit einer Führung in die Halbzeit und am Ende müssen wir es uns selbst ankreiden, dass wir das Spiel aus der ersten Hälfte nicht in die zweite mitgenommen haben. Wir haben uns durch unnötige Ballverluste das Leben selbst schwer gemacht. Darmstadt wurde präsenter, wir kamen nicht mehr richtig in die Zweikämpfe und dann fiel der Ausgleich. Es ist schwer zu sagen, was uns in den vergangenen Spielen immer wieder den Sieg gekostet hat. Diesmal ist es ein ärgerlicher Elfmeter, der den Gegner zurück ins Spiel kommen lassen hat. Vorne haben wir die Chancen genutzt und zwei Tore geschossen. Für mich ist die rote Karte auf dem Feld auf den ersten Blick kein Platzverweis gewesen. Das war ein taktisches Foul und da wird in den meisten Situationen gelb gezeigt. Ich muss es mir aber noch einmal anschauen. Wir haben es mit zehn Mann trotzdem gut verteidigt und konnten selbst noch ein, zwei Chancen kreieren. Aber die zwei Punkte haben wir auch nicht aufgrund des Platzverweises liegengelassen, das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Es ist nach diesem Spiel nicht leichter geworden, aber es ist auch noch nichts verloren. Kommende Woche haben wir in Elversberg gegen einen direkten Konkurrenten die nächste Chance.

Sportdirektor Benjamin Weber: Der Platzverweis ist in meinen Augen auf den ersten Blick eine harte Entscheidung. Aber wir haben deshalb auch nicht unentschieden gespielt, sondern vorher die Tore nicht gemacht. Wir haben zunächst richtig gut gespielt, sind früh in Führungen gegangen und haben das zweite Tor nachgelegt. Es fühlte sich nach dem Punkt an, an dem wir uns belohnen. Nach dem Gegentor per Elfmeter sind wir nicht gut in die zweite Hälfte gekommen und haben das Spiel nicht mit dem dritten Tor entschieden. Das müssen wir uns ankreiden.

von Hertha BSC