
Fußball als Brücke
Dass der direkte Konkurrent im Rennen um die Meisterschaft in der C-Junioren-Regionalliga Nordost am vergangenen Wochenende womöglich entscheidende Federn gelassen hatte, beschäftigte unsere U15 nur am Rande. Das Team von Chefcoach Luca Widmayer war nämlich selbst nicht im Punktspieleinsatz, sondern stattdessen auf einer ganz speziellen Reise unterwegs. Fast schon traditionell begibt sich diese blau-weiße Altersklasse im Frühjahr nach Polen und Tschechien, um Bildung und Fußball zu kombinieren – auch diesmal dank der Unterstützung unseres Partners STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft.
Beim Nations Cup nahm unser Hauptstadtclub mit 19 anderen Vereinen aus insgesamt zehn Nationen an einem sportlichen Wettkampf in Ostrava teil, darüber hinaus lag der Fokus auf dem gemeinsamen Gedenken der jungen Menschen an den Holocaust. „Hinter unseren Jungs liegen eine Bildungsreise, von der Eindrücke bleiben sowie Erfahrungen, die Verantwortung schaffen. Fußball bildet in gewisser Weise auch eine Brücke für Erinnerung und Haltung. Das ist uns als Verein unglaublich wichtig“, erklärt Sasan Gouhari, verantwortlich für die administrativ-organisatorischen Führungsaufgaben unserer Akademie. Björn Müller, der die sportliche Leitung in der Doppelspitze innehat, ergänzt: „Wir sind sehr froh, dass wir unseren Spielern erneut diese besondere Möglichkeit bieten konnten. Entwicklung ist mehr als die reinen Ergebnisse – auch Charakterbildung und Neugier gehören dazu!“
Ein prägender Bestandteil der Exkursion war der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Dort sorgten alle Teilnehmenden für einen würdigen Abschluss des Projekts inklusive einer Kranzniederlegung am einstigen Ort des Schreckens. Bereits im Vorfeld hatten sich die Nachwuchsakteure intensiv mit der Thematik beschäftigt, dabei hatte jede Mannschaft am Vorabend zahlreiche Ausarbeitungen zur Rolle sowie Geschichte des eigenen Vereins in Zeiten des Nationalsozialismus auf einer Bühne präsentiert. „Es waren vor allem die Begegnungen und gemeinsamen Erfahrungen auf sowie neben dem Platz, die dieses Projekt so wertvoll und den Austausch so bewegend gemacht haben“, fasste Coach Widmayer zusammen – und ab sofort richtet sich der Blick dann auch wieder vorrangig auf das Ligageschehen.