Der Gästeblock in Bielefeld.
Profis | 16. Mai 2026 um 09:20 Uhr

Kurvenwissen: Fakten zu #DSCBSC

Arminia Bielefeld und Hertha BSC haben neben den Vereinsfarben weiß und blau auch eine Fahne im Logo gemeinsam – zudem weisen beide Clubs in ihren langen Historien einen gewissen Hang zum Drama auf. Vor dem Saisonfinale der Spielzeit 2025/26 am Sonntag (17.05.26, 15:30 Uhr) ist die Ausgangslage jedoch sehr unterschiedlich. Während unsere Herthaner noch auf den fünften Tabellenplatz hoffen dürfen, geht es für den Deutschen Sportclub im Abstiegskampf ums nackte Überleben. Für Stefan Leitl ist die Erwartungshaltung ans Spiel klar: „Wir werden dort stabil bleiben und dem Ganzen die nötige Intensität entgegenstellen müssen. Wir haben Verantwortung – unseren Fans und der Liga gegenüber“, erklärte unser Cheftrainer bei der Pressekonferenz im Vorfeld. Zahlen und Daten zum abschließenden Ligaduell liefern wir euch wie gewohnt im Kurvenwissen.

Bemerkenswert:

  • Eine Stärke unseres kommenden Kontrahenten sind ruhende Bälle. Nur der SC Paderborn 07 traf häufiger nach Standards als der DSC (21 Tore). Somit haben die Arminen fast die Hälfte ihrer Tore nach solchen Szenen erzielt, genauer gesagt 45 Prozent.
  • Vorsicht im blau-weißen Strafraum: Nur Hannover 96 erzwang mehr Elfmeter als die Bielefelder (neun).
  • Auf Konter sollte die Elf von Trainer Mitch Kniat hingegen nicht setzen – lediglich drei Hertha-Gegentore nach Gegenangriffen unterbietet nur der SV Darmstadt 98. Sieben Gegentore nach Ballverlust im Spielaufbau unterbieten ebenfalls ligaweit nur zwei andere Teams.
  • Es bahnt sich ein intensives Spiel an. Arminia läuft im Schnitt 121,4 Kilometer pro Partie, das überbietet nur die SG Dynamo Dresden. Nur zwei Teams ziehen pro Begegnung mehr Sprints an (im Schnitt 166), zudem verzeichnet der DSC mit 727 durchschnittlich die meisten intensiven Läufe pro Partie.
  • Außerdem bestreitet nur der 1. FC Nürnberg mehr Zweikämpfe pro Partie als unser Gegner: 224 pro Partie.

Das Personal: John Anthony Brooks, Márton Dárdai, Boris Mamuzah Lum und Deyovaisio Zeefuik sind verletzungsbedingt keine Optionen fürs Saisonfinale – ebenso wie Dawid Kownacki und Jeremy Dudziak, der einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen hat. Gesperrt fehlen werden zudem Josip Brekalo (rote Karte) und Marten Winkler (fünfte gelbe Karte). Kevin Sessa hat seine Gelbsperre hingegen abgesessen und wird wohl ins Berliner Aufgebot zurückkehren. „Wir werden keine Systemumstellung vornehmen, sicherlich wird es aber aufgrund der Spielertypen und ihrer Interpretation der Position die eine oder andere Änderung im Spiel geben“, verriet unser Cheftrainer, der auf Nachfrage auch die Überlegung bejahte, Maurice Krattenmacher beginnen zu lassen. Er habe „vor dem Fürth-Spiel und auch in dieser Woche sehr, sehr gut trainiert“, sagte Leitl.

Maximilian Bauer, Maximilian Grosser und ihr Trainer Mitch Kniat.

Der Gegner: Der letztjährige Aufsteiger und Pokalfinalist vom Teutoburger Wald kämpft am 34. Spieltag gegen den Abstieg und um den Ligaerhalt. Mit 36 Zählern hat der DSC zwei Punkte Vorsprung auf die auf dem ersten direkten Abstiegsrang liegenden Fürther, das rettende Ufer ist einen Zähler entfernt. Zum Faustpfand könnte das vergleichsweise gute Torverhältnis werden. Auf Rechenspiele hat in Ostwestfalen jedoch kaum jemand Lust, der Fokus der Schwarz-Weiß-Blauen liegt auf einem Heimsieg. Innenverteidiger Maximilian Bauer unterstreicht: „Wir sind alle froh, wenn das Spiel am Sonntag angepfiffen wird. Alle sind fokussiert und bereiten sich intensiv auf dieses Saisonfinale vor. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir unser Ziel erreichen werden.“ Respekt ist vor unserer Alten Dame im Lager der Bielefelder natürlich dennoch vorhanden – genauso wie das Vertrauen in die Stärke im eigenen Stadion, wo Arminia 23 seiner 36 Zähler geholt hat und seit vier Partien ungeschlagen ist. „Hertha gehört individuell vermutlich zu den stärksten Mannschaften der Liga. Aber wir müssen auf uns schauen“, sagt Bauer. „Unsere Heimspiele in diesem Jahr haben gezeigt, wie schwer wir hier zu schlagen sind und welche Energie durch unsere Fans entstehen kann. Wir werden alles investieren!“

Die Schiedsrichter: Konrad Oldhafer übernimmt die Leitung des letzten Leistungsvergleichs der Spielzeit 2025/26. Der 31-Jährige pfiff bisher unter anderem elf Zweitligabegegnungen, 64 Partien in der 3. Liga und zwei Duelle im DFB-Pokal. Einmal begegnete er dabei auch schon unserer Alten Dame, genauer gesagt beim Heimspiel unserer Herthaner gegen den 1. FC Magdeburg. Assistieren werden dem Hamburger Stefan Zielsdorf und Ben Henry Uhrig als Assistenten an den Seitenlinien sowie Lukas Benen als vierter Offizieller. Die VAR Christian Dingert und Markus Wollenweber unterstützen das Gespann vor den Bildschirmen.

von Konstantin Keller