Sofian Chahed im Interview in der Hertha-Geschäftsstelle.
Frauen | 9. Mai 2026 um 10:55 Uhr

„Diese Möglichkeit ist der Lohn“

2023 begann die Reise des Frauen- und Mädchenfußballs bei Hertha BSC, 2026 können unsere 1. Frauen ihre dritte Saison mit dem Staffelsieg in der Regionalliga Nordost und der Qualifikation für die Relegation zur 2. Bundesliga krönen – und das bei der Premiere im Berliner Olympiastadion. Dort treffen unsere Blau-Weißen am Sonntag (10.05.26, 17:00 Uhr, kostenlose Tickets hier) auf den 1. FFV Erfurt und benötigen lediglich einen Zähler zur Meisterschaft. Es wäre der Lohn für Weiterentwicklung und gemeinsames Wachstum. „Man kann so einen Bereich nur langfristig aufbauen. Wir haben punktuell Spielerinnen dazubekommen, aber mit dem Kern des Teams wollten wir nach Übernahme des Spielrechts von Zehlendorf weiterarbeiten“, unterstreicht Sofian Chahed im Gespräch mit Redakteur Konstantin Keller. Die Konsequenz: Ein junges Team, das Identifikation mit Hunger und Potenzial vereint und nun den nächsten Schritt machen möchte. „Die Mädels bringen jede Menge Eigenmotivation mit, um bei der Etablierung einer Leistungskultur Schritt für Schritt mit uns zu gehen. Man kann so etwas nicht erzwingen. Viele Spielerinnen haben diese komplette Wandlungsphase mit uns mitgemacht und so ist es etwas Besonderes, weil die Spielerinnen sich diese Chance eigenständig erarbeitet haben“, sagt unser Leiter Frauenfußball.

Voller Einsatz auf allen Ebenen für einen besonderen Tag

Eine Chance, dessen Rahmen im weiten Rund die Herthanerinnen gar nicht fassen konnten, als sie zum ersten Mal davon hörten, wie auch Mittelfeldspielerin Aurelia Haesler im Interview berichtete. „Die Mädels dachten zuerst, das Trainerteam möchte sie veräppeln“, lacht der gebürtige Berliner. „Sie freuen sich natürlich riesig und haben sich das gemeinsam verdient. Diese Möglichkeit, sich vor möglichst vielen Fans zu präsentieren, ist der Lohn für ihren Einsatz!“ Den brauchte es in den vergangenen Tagen auch hinter den Kulissen, um den Auftritt im Olympiastadion zu ermöglichen. „Wir mussten viel koordinieren und klären und haben dabei auf der gesamten Geschäftsstelle eine große Hilfsbereitschaft gespürt, was sehr schön ist. Das finale Go kam erst Anfang dieser Woche. Es ist ein großer Aufwand und wir müssen am Spieltag teilweise auch spontan reagieren“, berichtet Chahed. Ein Aufwand, den die Hertha-Familie offenbar honoriert. „Die Kartenverkäufe laufen sehr, sehr gut und es ist schön zu sehen, dass so etwas funktioniert!“

Grafik zum Spiel unserer 1. Frauen gegen Erfurt.

Mit klarem Kopf und klarem Fokus ins Spiel

Zuvor heißt es aber: Voller Fokus auf den nächsten Schritt und die Aufgabe gegen die Thüringerinnen. Was für einen Spielverlauf erwartet der ehemalige Profi? „Aufregung am Anfang, weil die Mädels eben zum ersten Mal in diesem Stadion auflaufen. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass wir die dominantere Mannschaft sein und einen Sieg im Olympiastadion einfahren werden“, erklärt der 43-Jährige. Als Erfolgsrezept benennt er neben der fußballerischen Klasse unseres Teams „einen klaren Kopf mit klarem Fokus! Man muss das Drumherum ausblenden und das Spielfeld gemeinsam als großes Ganzes sehen. Nur das Umfeld ist diesmal ein anderes“, lächelt er. Ein klarer Matchplan – über das Zelebrieren im Erfolgsfall zerbricht sich im Lager unserer Berlinerinnen hingegen noch niemand den Kopf. „Dann würden wir einfach zusammen den Moment genießen. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen“, prognostiziert Chahed. Ein Festtag, an dem blau-weiße Vereinsgeschichte geschrieben würde, wäre es in jedem Fall.

von Konstantin Keller