Niklas Stark führt den Ball gegen Wolfsburg.
Profis | 16. Januar 2022, 08:57 Uhr

Steig(er)ung

Der Eckball von Maximilian Mittelstädt gewann an Höhe, fand den Kopf von Niklas Stark und wurde von diesem mustergültig in die Maschen des Wolfsburger Tores weitergelenkt – doch das Happy End, die Anerkennung des Treffers durch das Schiedsrichtergespann, blieb aus. Durch ein vermeintliches Schieben von Jurgen Ekkelenkamp gegen Jérôme Roussillon sah sich Referee Robert Hartmann in dieser 43. Minute zum Einschreiten gezwungen. Eine Entscheidung, die unser Trainer Tayfun Korkut „als sehr, sehr gnädig“ für die Gastgeber bewertete. „In zehn Fällen wird das vielleicht einmal zurückgepfiffen“, urteilte unser Coach, dem sein Kollege Florian Kohfeldt bei dieser Bewertung zustimmte. Doch auch wenn das Tor keine Anerkennung fand, so taugte die Szene als Metapher für den Nachmittag unserer Berliner in der Autostadt: Der Lucky Punch blieb aus, dennoch gab es beim 0:0 positive Ansätze zu beobachten. „Wir haben auswärts zu Null gespielt, das nehmen wir gerne mit – ebenso wie den einen Zähler“, stellte der verhinderte Torschütze Stark zwei wesentliche Aspekte hervor.

Schwolow gut aufgelegt, Steigerung im Spielverlauf

Denn dieser Punktgewinn war das Resultat eines harten Stücks gemeinsamer Arbeit. Der VfL erwischte den besseren Start, erspielte sich zunächst Vorteile und innerhalb der ersten halben Stunde mehrere gute Möglichkeiten zur Führung. Dass den Grün-Weißen diese nicht gelang, lag nicht zuletzt an Alexander Schwolow. „Wir hatten einen guten Torwart, der einiges rausgeholt hat“, lobte Coach Korkut seinen Schlussmann. „In der Anfangsphase haben wir die Wolfsburger in der einen oder anderen Situation eingeladen. Gegen Ende der ersten Halbzeit sind wir besser geworden“, konstatierte unsere Nummer 1. Nach und nach setzte unsere Alte Dame, bei der Lukas Klünter nach 121 Tagen erstmals wieder in die Startelf zurückkehrte, offensive Nadelstiche. Bei diesen fehlte jedoch häufig die letzte Präzision. „Beide Teams hatten Möglichkeiten, wir hätten vor allem unsere Konterchancen im ersten Durchgang besser ausspielen müssen“, bedauerte Mittelstädt.

Lukas Klünter spielt bei seinem Startelf-Comeback in Wolfsburg den Ball.
Startelf-Comeback nach 121 Tagen: Lukas Klünter spielte in Wolfsburg 90 Minuten durch.

Positive blau-weiße Notizen

Abschlussgelegenheiten gab es für unsere Berliner aber auch nach dem Seitenwechsel. Vor allem Marco Richter (50., 73.) näherte sich dem Tor der Niedersachsen an, die jedoch auch ihrerseits noch Gefahr ausstrahlten und nach einer guten Stunde durch Waldschmidt zu einer Doppelchance kamen. Unser Trainer sah im Spielverlauf dennoch „mehr Kontrolle“, seiner Schützlinge, „auch und gerade in Durchgang zwei. Was uns erneut gefehlt hat, war das saubere Spiel auf den letzten 30 Metern“, zog Korkut eine Parallele zum Heimauftakt gegen den 1. FC Köln. Daran änderten auch die Einwechslung von Davie Selke, der sein 100. Pflichtspiel mit der Fahne auf der Brust absolvierte, und das Comeback von Kapitän Dedryck Boyata nichts mehr. Es waren dennoch zwei weitere positive Notizen an diesem Nachmittag, den Vladimír Darida insgesamt zuversichtlich einordnete. „Wir haben kein Gegentor kassiert, spielerisch war es wieder in Ordnung, aber ganz vorne müssen wir genauer werden“, sagte unser Tscheche. „Wenn wir so weiterarbeiten, werden die Ergebnisse kommen!“

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Jetzt gilt es, gut zu regenerieren und dann im Derby alles dafür zu tun, um unsere Fans glücklich zu machen.
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-Tayfun Korkut

Voller Fokus aufs Derby

Deren nächste Verbesserung kann bereits am Mittwoch im Berliner Olympiastadion gelingen. Das Stadtduell mit dem 1. FC Union (19.01.22, 20:45 Uhr) stellt den ersten von zwei zu erklimmenden Bergen dieser englischen Woche dar. „Jetzt wartet eine spannende Woche auf uns: Erst ein heißer Tanz gegen Union, dann die Bayern“, erklärte Schwolow. Der Keeper betonte jedoch: „Der Fokus liegt nun aber klar auf dem Derby!“ Wie wichtig dieses für die blau-weiße Seele ist, weiß auch Tayfun Korkut. „Jetzt gilt es, gut zu regenerieren und dann im Derby alles dafür zu tun, um unsere Fans glücklich zu machen. Das wird ein komplett anderes Spiel“, ahnte der Coach, der mit den nach abgesessenen Gelbsperren zurückkehrenden Prince Boateng und Suat Serdar zusätzliche, frische Optionen bekommt. In diesem Kräftemessen wird es nach dem erarbeiteten Remis in Niedersachsen einen Sieger geben müssen – und dieser soll Hertha BSC heißen. „Am Mittwoch wollen wir unseren Fans ein Geschenk machen und eine Runde weiterkommen“, betonte Stark. Nach den positiven Ansätzen in der Autostadt soll eine erneute Leistungssteigerung so dazu beitragen, die sportliche Steigung am Mittwoch gemeinsam erfolgreich zu meistern.

Hier gibt es unseren Nachbericht in Leichter Sprache.

von Konstantin Keller