Marco Richter im Zweikampf mit Dodi Lukébakio.
Profis | 9. August 2022, 18:00 Uhr

Auftakt mit Richter & Boëtius!

An der Seite von Maximilian Mittelstädt betrat Marco Richter breit grinsend den Schenckendorffplatz. Wenig später mischte unsere Nummer 23 auf dem Rasen voll mit. Hier ein Sprint mit Torschuss, dort ein intensiver Zweikampf mit fintenreichem Dribbling – unserem Herthaner war die Freude in jeder Situation anzumerken. Dabei war vor nicht einmal einem Monat alles andere als klar, dass der 24-Jährige dazu in der Lage sein würde. Ein kurzer Rückblick: Unmittelbar vor dem Trainingslager in England wurde die Diagnose Hodenkrebs bekannt. Ein operativer Eingriff und weitere Untersuchungen folgten.

Am 20. Juli dann die erlösende Nachricht: Zwar war der entfernte Tumor bösartig, da er jedoch früh genug entdeckt wurde, musste sich unsere Offensivkraft allerdings keiner Chemotherapie aussetzen. Stattdessen durfte Richter sich langsam, aber sicher wieder mit dem Gedanken anfreunden, auf den Platz zurückzukehren. Rund um unser Jubiläumsfest startete er das individuelle Aufbauprogramm. „Ich bin Vollblutfußballer und auf einem guten Weg. Aber ich setze mir für eine Rückkehr auf den Platz kein Zeitlimit. Man gibt mir auch die Zeit, die ich brauche, ich werde von Tag zu Tag schauen.“

Bildergalerie: Trainingsauftakt vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt

Schwarz: "Boëtius eine sinnvolle Verstärkung"

Nun also der nächste Schritt: Gemeinsam mit seinen Kollegen absolvierte der Rechtsfuß die knapp 90-minütige Einheit zum Wochenauftakt. „Wir sind froh, dass Marco wieder dabei ist und werden jetzt schauen, dass wir ihn schnellstmöglich in seine beste Verfassung bringen“, sagt Sandro Schwarz. Nach dem Aufwärmen gingen unsere Blau-Weißen schnell über zu Übungen mit großer Intensität. Auf der Tagesordnung: Zweikämpfe im Eins gegen Eins oder Zwei gegen Zwei, abschließend im Sieben gegen Sieben auf zwei Plätzen mit zwei Toren. „Die Jungs waren sehr fokussiert und haben große Bereitschaft gezeigt“, attestierte unser Fußballlehrer seinen Schützlingen einen guten Start, der seinen Anfang schon am Vormittag im Kraftraum genommen hatte.

Auch Neuzugang Jean-Paul Boëtius mischte voll mit. „Ich war heiß darauf, wieder mit dem Coach zusammenzuarbeiten. Dass das jetzt auch noch bei einem Verein wie Hertha und in der Bundesliga klappt – super!“, hatte unsere neue Nummer 10 bereits gegenüber herthabsc.com erklärt. „Djanga ist ein sehr guter Fußballer, sehr lauffreudig und aggressiv gegen den Ball. Wir hatten die Möglichkeit, ihn zu holen. Für uns ist er eine sinnvolle Verstärkung“, blickt sein neuer und alter Übungsleiter auf den Mittelfeldakteur. Während es also in absehbarer Zeit zwei neue Optionen gibt, muss Schwarz nach wie vor auf Kélian Nsona, Dongjun Lee, Jessic Ngankam und Omar Alderete verzichten, die weiter individuell ackern.

Für den Abschluss dieser Kalenderwoche gegen Eintracht Frankfurt (13.08.22, 15:30 Uhr, jetzt noch Tickets buchen) kommt dieses Quartett nicht in Frage. Unabhängig davon ist die Vorfreude bei unseren Hauptstädtern ungebrochen groß. „Es wird eine besondere Partie, weil es das erste Heimspiel ist. Eintracht wird trotz Supercup gegen Real Madrid mit der bestmöglichen Mannschaft die bestmögliche Leistung bringen wollen“, ist sich unser Cheftrainer sicher. Darauf stimmen sich unsere Jungs in den kommenden Tagen konzentriert ein. Die weiteren Übungsstunden finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Pressekonferenz vor dem Duell mit den Hessen überträgt HerthaTV am Donnerstagmittag (13:00 Uhr). 48 Stunden später füllt sich das Olympiastadion dann zum Kräftemessen mit den Frankfurtern von Oliver Glasner.

von Florian Waldkötter